Jülich - Solar-Institut Jülich: Ein Mekka der Solarforschung

Solar-Institut Jülich: Ein Mekka der Solarforschung

Von: jozi
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Ein Leuchtturm-Projekt: Der Solarturm auf dem FH-Campus in Jülich. Das Versuchskraftwerk ist weltweit einzigartig. Foto: Volker Uerlings

Jülich. Als er 1992 mit einem Kollegen das Solar-Institut Jülich (SIJ) gründete, wurde Professor Klemens Schwarzer als Utopist belächelt. „Der Fokus lag damals noch völlig auf der Kernenergie“, erinnert sich der Wissenschaftler. „Die regenerativen Energien und die Forschung nach einer möglichst hohen Energieeffizienz steckten hingegen in den Kinderschuhen“. 25 Jahre später hat sich die Sichtweise radikal geändert.

Atomkraftwerke gelten als Auslaufmodelle. Die Zukunft gehört den sanften Energien und der Energieeffizienz. Entsprechend groß war der Bedeutungszuwachs des SIJ in den vergangenen Jahren. Das Institut, das der Fachhochschule Aachen angegliedert und dessen Mitarbeiterstab von anfangs acht auf mittlerweile knapp 50 Personen gewachsen ist, forscht anwendungsorientiert. „Wir sind immer der Frage nachgegangen, wie können regenerative Energien im Alltag der Menschen sinnvoll eingesetzt werden“, sagt Schwarzer.

So wurden in den vergangenen beiden Jahrzehnten in Jülich Solarkollektoren und thermische Speichersysteme entwickelt. Es wurde zur Photovoltaik geforscht. Und es wurden neue Konzepte erarbeitet, wie der Energieverbrauch von Gebäuden reduziert werden kann. Stets schauten die Forscher dabei auch über den nationalen Horizont hinaus. Immer wieder gab es Projekte mit internationalen Kooperations-Partnern.

Da wurden zum Beispiel für die sonnigen, aber trockenen Regionen Nordafrikas mit Solarenergie betriebene Systeme entwickelt, die Meerwasser entsalzen.

Eine dieser kleineren Anlagen steht heute im marokkanischen Oujda und versorgt 50 Familien mit Frischwasser. Andere internationale Projekt waren Solaranlagen für Schulen oder Krankenhäuser in Dritte-Welt-Länder oder Solarheizungen für Gebäude in den Andenstaaten.

Das wichtigste Projekt des SIJ ist allerdings das solarthermische Versuchskraftwerk Jülich, der sogenannte Solarturm. Es war das weltweit erste Kraftwerk dieser Art. In ihm sollen bessere Speichertechnologien entwickelt um damit die Betriebskosten von Kraftwerken gesenkt werden.

Nicht zuletzt wegen des SIJ gilt Jülich heute als ein Mekka der Solarforschung. Angesichts der Energiewende dürfte die Bedeutung des Standortes weiter steigen. Darauf werden sicherlich auch die zahlreichen Forscher und Politiker hinweisen, die am Freitag aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums an einer Fachtagung auf dem Campus Jülich teilnehmen.

Also alles bestens – auch für die Zukunft? Professor Klemens Schwarzer, inzwischen emeritiert, gießt dann doch auch einen Wermutstropfen in den Festtagswein. „Durch den Wegfall von Fördergeldern und die Billigkonkurrenz aus China sind viele deutsche Hersteller von Photovoltaik-Modulen vom Markt verschwunden“, sagt der Wissenschaftler. „Für Forschungsprojekte braucht das SIJ aber Partner aus der freien Wirtschaft, die 50 Prozent der Kosten übernehmen. Und solche Firmen zu finden, das wird immer schwieriger.“

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