Skepsis vor Veranstaltung gegen Rechtsterror

Von: dapd-nrw
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Türkische Händler in der Kölner Keupstrasse. Vor sieben Jahren explodierte hier eine Nagelbombe. Der Anschlag, bei dem damals 22 Menschen verletzt wurden, ist die Tat von Rechtsextremisten. Foto: dpa

Köln/Berlin. Von der für Donnerstag geplanten Gedenkveranstaltung und Schweigeminute für die Opfer der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU („Nationalsozialistischer Untergrund”) erwarten die Anwohner der Kölner Keupstraße nicht viel.

„Eine Veranstaltung allein reicht nicht. Die Menschen hier haben weiterhin Angst”, sagte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Keupstraße, Mitat Özdemir, der Nachrichtenagentur dapd. In der Keupstraße hatten die Zwickauer Terrorzelle vor fast acht Jahren einen Anschlag verübt.

Nach Ansicht von Özdemir ist bislang zu wenig getan worden, um künftige rechtsextremistische Anschläge zu verhindern. Den Ankündigungen der Politiker seien kaum Taten gefolgt. „Die NPD muss verboten werden”, erklärte er. Auch Demonstrationen von Rechtsextremen müssten grundsätzlich untersagt werden.

Zudem sei die Zusammenarbeit mit der Stadt bislang nicht genug vorangekommen. „Jede Seite diskutiert weiter für sich”, bedauerte er. Die Angst vor weiteren Anschlägen sei dagegen noch stärker geworden. Nach Ansicht von Özdemir sollte mehr dafür getan werde, dass die Menschen miteinander ins Gespräch kommen - etwa bei interkulturellen Veranstaltungen. „So etwas sollte einmal im Monat stattfinden. Eine Gedenkveranstaltung einmal im Jahr reicht da nicht aus”, sagte er.

In Berlin findet am Donnerstag eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der NSU statt, zudem wird am Mittag eine bundesweite Schweigeminute abgehalten. Die Terrorgruppe soll neun ausländische Kleinunternehmer sowie eine Polizistin erschossen haben. Überdies soll die NSU in der Kölner Keupstraße im Juni 2004 einen Nagelbombenanschlag verübt haben. Dabei waren 22 Menschen in der von vielen Ausländern bewohnten Straße teils lebensgefährlich verletzt worden.
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