Köln - Skepsis gegenüber einem neuen Nobel-Viertel in Köln

Skepsis gegenüber einem neuen Nobel-Viertel in Köln

Von: Madeleine Gullert
Letzte Aktualisierung:
7699111.jpg
Büros und Luxuswohnungen: der Komplex des früheren Gerling-Versicherungskonzerns nahe dem Hohenzollernring in Köln. Grafik: Immofinanz

Köln. Kein „Ghetto für Millionäre“ solle das neue Gerling-Quartier in Köln werden, das versprach ein Verantwortlicher laut Medienbericht vor zwei Jahren beim Richtfest für das große Bauprojekt zwischen Appellhofplatz und Hansaring. In der Nachbarschaft gibt es dennoch Angst vor solch einer Entwicklung.

Die Stadt Köln hatte den Gereonshof nach einer Entwidmung 2010 an den österreichischen Investor Immofinanz verkauft. Die Straße führt durch das ehemalige Versicherungsgelände, auf dem ein nobler Komplex aus mehreren Häusern mit Wohnungen und Büros entsteht.

Gleich neben der Partymeile

Zuletzt kamen in der Nachbarschaft Gerüchte auf: „Bei einer Baustellenführung für die Nachbarschaft wurde gesagt, dass man den Platz nachts absperren wolle“, sagt Marlo Riege, die im Viertel wohnt und sich in der Bürgerinitiative Gereonsviertel engagiert.

Die Stadt hat die Immofinanz jedoch dazu verpflichtet, das Straßenstück jederzeit öffentlich zugänglich zu machen. „Jedermann kann den Platz jederzeit queren, einzig die Zufahrt für Autos ist nicht möglich. Damit haben wir aber den Wünschen aller Beteiligten, auch der Politik, entsprochen“, sagte Immofinanz-Sprecherin Bettina Schragl auf Anfrage unserer Zeitung.

Marlo Riege befürchtet dennoch, dass das Gerling-Quartier „ein sozial abgeschlossenes Gebäude wird“. Allein die Architektur sei verschlossen, abwehrend. „Die wollen sich architektonisch von den Ringen abschotten“, glaubt Riege. Es sei auch verständlich, schließlich zieht die Kölner Partymeile wohl nicht dasselbe Klientel an, das sich eine Wohnung im schicken Gerling-Quartier leisten kann.

Die Immofinanz investiert insgesamt 400 Millionen Euro in den Ausbau der fünf Häuser. Man wirbt dort mit kultivierter Atmosphäre, exklusivem Ambiente sowie der ruhigen und zentralen Lage. Der erste Bauabschnitt soll Ende dieses Jahres fertig werden. Von den dann zur Verfügung stehenden 144 Wohnungen sind laut Schragl bereits 60 Prozent verkauft. „Die Preise reichen von 4500 bis zirka 10.000 Euro pro Quadratmeter.“

Die Nachbarschaft beobachtet das „zähneknirschend“. Marlo Rieger glaubt nicht, dass sich die Bewohner des Quartiers mit den Menschen im Gereonsviertel mischen werden. „Aber wie es sich entwickelt, werden wir erst in einigen Jahren erleben.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert