Düsseldorf/Köln - Silvesternacht: „Die haben die Konfrontation gesucht“

Silvesternacht: „Die haben die Konfrontation gesucht“

Von: Stefani Geilhausen und C. Schwerdtfeger
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Alles im Blick: Die Polizei, hier am Kölner Hauptbahnhof, hatte sich gut vorbereitet auf die vielen Männer nordafrikanischer Herkunft, die in der Silvesternacht in großen Gruppen in Zügen nach Köln und Düsseldorf reisten. Foto: dpa

Düsseldorf/Köln. Das Sicherheitskonzept der Bundespolizei war in der Kölner Silvesternacht vor allem darauf ausgerichtet, frühzeitig zu erkennen, ob von bestimmten Personengruppen, die mit der Bahn anreisen, Gefahren ausgehen könnten. So setzte die Bundespolizei in den Bahnen rund 100 Beamte in Zivil ein, plus viele Uniformierte.

Hinzu kamen noch einmal 250 Sicherheitskräfte der Deutschen Bahn. Denn ein Großteil der jungen Männer – vornehmlich aus den Maghreb-Staaten –, die in der Silvesternacht nach Köln kamen, reiste mit Zügen aus dem nordöstlichen Ruhrgebiet an.

Bundespolizist Dominik Bauer (Name geändert) erzählt, wie die Behörde sich auf die Nacht vorbereitet hatte: „Wir hatten unter anderem die Aufgabe, Meldung in unserer Zentrale zu machen, wenn wir sehen, dass eine große Personengruppe, die ins Raster passt, Richtung Köln unterwegs ist“, sagt er. Und das sei oft der Fall gewesen.

„Fast an jeder Haltestelle bis Köln sind Gruppen zugestiegen. Und dann waren es auf einmal total viele. Das haben wir dann durchgegeben, damit die Kollegen in Köln wussten, was auf sie zukommt.“ Die meisten von ihnen hätten keine Fahrtausweise gehabt. „Die fahren in der Regel schwarz. Aber so viele kann man nicht überprüfen. Das geht einfach nicht“, so der Beamte. „Aber mit unserer Präsenz im Zug wollten wir sie schon verunsichern.“

Gegen 22.30 Uhr sei es am Deutzer Bahnhof in Köln dann zu einer kritischen Situation gekommen, als rund 300 Nordafrikaner auf einmal aussteigen wollten. „Bei so einer Menge Menschen überprüfen wir nicht die Personalien von allen oder zählen die durch. Das geht gar nicht – schon von der Zeit her“, sagt Bauer.

„Wir greifen stattdessen zwei, drei von ihnen heraus und überprüfen sie. Dann nehmen wir an, dass die anderen aus der Gruppe auch in diese Kategorie fallen“, sagt er. „Man will solch große Personengruppen einfach nur schnell aus dem Bahnhof bekommen.“ Aber nicht alle Nordafrikaner seien nach Köln gefahren. „Manche stiegen auch vorher in Düsseldorf aus“, so der Beamte. Dort hatte an Silvester Stefan Derks Dienst (Name geändert), Polizist mit jahrelanger Altstadterfahrung.

Die ersten Stunden seines Silvestereinsatzes seien ausgesprochen ruhig gewesen. Bis gegen 22.30 Uhr. „Da tauchten plötzlich die Gruppen auf, nicht nur kleine Grüppchen, sondern so um die 30 Personen. Genauer gesagt: Männer zwischen 17 und 25, dem Anschein nach Nordafrikaner.“ Sie seien alle auf die Rhein-Uferpromenade zugestrebt, zum Burgplatz und an die Freitreppe.

Viele hätten teure Feuerwerkspakete dabeigehabt. „Natürlich haben die Jungs gewusst, dass das in Düsseldorf verboten war. Das war offensichtlich“, sagt der Beamte. Er und seine Kollegen seien von scheinbar ausgelassen tanzenden jungen Männern umringt worden, die ihnen grinsend den Weg versperrt hätten. „Die haben die Konfrontation gesucht“, sagt der Polizist. Er ist sicher: „Natürlich waren die verabredet. Wenn wir nicht da gewesen wären, wäre das schnell gekippt.“

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