Silikosebund droht das Aus

Von: ddp/cs
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Gelsenkirchen/Alsdorf. Der Silikosebund mit Sitz in Gelsenkirchen steht vor einer ungewissen Zukunft. Zunächst machten dem Verein, der an Staublunge erkrankte Bergleute in Renten- und Pflegegeldfragen vertritt, finanzielle Probleme zu schaffen.

Die scheinen ausgeräumt. Doch jetzt befindet sich der Silikosebund in einer personellen Notlage. „Wir hängen total in der Luft”, sagt Dieter Macko, Vorsitzender der Ortsgruppe Alsdorf. Insgesamt gibt es 14 Ortsgruppen im Ruhrgebiet und im Nordraum Aachens. Rüdiger Ertelt, Vorsitzender der größten Ortgruppe in Castrop-Rauxel weiß nicht recht, wie und ob es weitergeht. Die Verunsicherung unter den 3600 Mitgliedern sei enorm groß, 600 davon in der Region Aachen.

Für Irritationen und Misstrauen in den eigenen Reihen hatte der im Frühjahr gestellte Insolvenzantrag gesorgt. Die drohende Pleite konnte der Verein noch rechtzeitig abwenden, indem die Ortsgruppen sämtliche Gelder auf ein Treuhänder-Konto überwiesen. Dann aber trat der Bundesvorstand geschlossen zurück. Auch bei der Delegiertenversammlung im Oktober fand sich kein neuer Personenkreis, der die Arbeit im Silikosebund ehrenamtlich fortführen möchte.

Macko und Ertelt blicken pessimistisch in die Zukunft. Bergmann Ertelt, kommissarischer Vorsitzender, beantragte beim Amtsgericht Gelsenkirchen einen Notvorstand. „Bisher allerdings haben wir diesbezüglich noch keine Nachricht.” Dem Silikosebund ist dadurch noch etwas Zeitaufschub gewährt. „Wenn das Amtsgericht erst einmal einen Liquidator stellt, wird der Verein abgewickelt”, erläutert der Mann aus Castrop-Rauxel das juristische Prozedere.

Das sei wohl kaum noch abzuwenden, meint der 48-Jährige. „Tragisch ist das.” Immerhin trägt der Silikosebund eine enorme Verantwortung für seine Mitglieder. Zwei angestellte Rechtsberater vertreten schon lange nicht mehr nur an Staublunge erkrankte Bergleute in Renten- und Pflegegeldfragen, sondern mittlerweile auch andere Berufssparten wie Bäcker mit Mehlstauballergie oder Maler mit verätzter Lunge. Sechs Arbeitsplätze in der Bundesgeschäftsstelle stehen auf dem Spiel.

„Wenn sich ein Vorstand fände, wäre das für uns wie ein Sechser im Lotto”, sagt Christian Wicke, einer von zwei Rechtsberatern in der Gelsenkirchener Bundesgeschäftsstelle. Bislang habe er sein Gehalt noch pünktlich erhalten, da Ertelt kommissarisch den Vorsitz übernommen hatte. „Doch ob ich Mitte dieses Monats mein Geld bekomme, ist unklar”, sagt Wicke. Er empfindet die ganze Situation als grotesk: Finanziell sei der Verein nämlich wieder gesund. „Am Ende des Jahres haben wir ein Plus von rund 15.000 Euro.”
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