Aachen - Sieben Jahre für „Spiderman”

Sieben Jahre für „Spiderman”

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wegen 26 Wohnungseinbrüchen und Diebstählen ist der „Spiderman” genannte Einbrecher vom Aachener Landgericht zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Obwohl der 33-jährige Xhevat T. während des langwierigen Prozesses beharrlich schwieg, befand die 4. Großen Strafkammer ihn wegen 26 von 45 angeklagten Wohnungseinbrüchen für schuldig. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Diewald berief sich auf zahlreiche Zeugen.

Wie im Comic

Die Opfer wohnten überwiegend in der Aachener Innenstadt und müssen sich zwischen Mitte 2007 und Februar 2008 sehr gewundert haben, als sie in ihren Wohnungen in oberen Stockwerken leere Schmuckkästen und eingedrückte Balkontüren vorfanden. Am 11. Februar 2007 dann wurde der Dieb, der ähnlich waghalsig an Fassaden entlangkletterte wie die Comic-Figur „Spiderman”, mitten in Aachen verhaftet. Ein Spezialkommando der Polizei stöberte ihn auf und überrumpelte ihn mitten am Tag.

Maßarbeit, denn der Einbrecher mit der überdurchschnittlichen Körperbeherrschung schaffte es einige Male, sich der Verhaftung durch niederländischer Polizisten zu entziehen - teilweise durch halsbrecherische Flucht. So entkam er einmal der niederländischen Polizei im Auto und fuhr mit mehr als 200 km/h über eine Landstraße davon. Wie im Film öffnete er bei etwa 60 km/h, so der damalige Bericht dieser Zeitung, die Fahrertür und warf sich aus dem Wagen.

Ein anderes Mal verschwand er, als habe er sich aufgelöst - offenbar war er aus dem Stand über eine drei Meter hohe Mauer geklettert.

In Aachens Innenstadt machte er sogar vor der zentralen Kirche St. Foilan nicht Halt und brach dort ein. Oder im Dezember 2007: Damals tauchte er in der Nähe des Aachener Rotlichtbezirks im zweiten Stock eines Miethauses auf, als er sich über den Balkon ins Schlafzimmer hangelte. Wie es der Zufall will, wollte der Mieter der Wohnung gerade schlafengehen. Xhevat T. hielt zunächst von innen die Klinke fest, hielt danach den Mann mit einem Schraubenzieher in Schach und nahm 650 Euro mit

Bis dahin sicher

Andere Straftaten brachten ihm eine höhere Beute ein. Etwa, als er einem pensionierten Unternehmer, dem ehemaligen Chef einer Autoniederlassung in Aachen, er Wertgegenstände in Höhe von rund 120.000 Euro abnahm. Auch er lebte mitten in der Stadt und fühlte sich bis dahin vor Einbrüchen jeder Art relativ sicher.
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