Aachen - Sicherungsverwahrte zieht es nach Aachen

Sicherungsverwahrte zieht es nach Aachen

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Reihenweise werden in den kommenden Monaten „Sicherungsverwahrte” aus den Gefängnissen entlassen - darunter Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder ebenso wie Entführer oder Räuber.

Nach Informationen unserer Zeitung wollen sich gleich mehrere dieser Täter in Aachen und der Städteregion niederlassen. Die Polizei bestätigte dies gestern auf Anfrage und sprach von sechs dieser Fälle. Fest stehe dies aber noch nicht, auch stünden höchstrichterliche Urteile über ihre Freilassung noch aus.

Nach Informationen unserer Zeitung soll unter diesen Fällen zum Beispiel ein Täter sein, der sich an einer 90 Jahre alten Frau vergangen hat. Auf die Aachener Polizei wartet deswegen eine riesige Herausforderung. Je nach Einschätzung der Person muss - ähnlich dem Fall Karl D. in Heinsberg-Randerath - eine Überwachung rund um die Uhr angeordnet werden.

Die Polizei erklärte am Freitag, sich entsprechend vorzubereiten. „Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat für die Polizei höchste Priorität”, hieß es. Man werde sie „mit allen gesetzlich zur Verfügung stehenden Mitteln” sicherstellen.

Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, der die deutsche Regelung der nachträglichen Sicherungsverwahrung für rechtswidrig erklärt hatte, stehen etwa 70 von bundesweit 500 „Sicherungsverwahrten” vor der Freilassung. Je nach Einschätzung ihrer Gefährlichkeit werden in „Fallkonferenzen” Maßnahmen zwischen Landeskriminalamt, Polizei, Justiz und anderen Institutionen besprochen.

Zuständig für die Umsetzung ist die örtliche Polizeibehörde. Deswegen hat es just am Freitag bei der Aachener Polizei eine solche „Fallkonferenz” gegeben. Ob die Aachener Polizei personell überhaupt in der Lage ist, sich gleich um mehrere dann Ex-„Sicherungsverwahrte” zu kümmern, ist fraglich. Notfalls werde der Polizeipräsident um Verstärkung ersuchen, so eine Polizeisprecherin.

Eine Warnung der Bevölkerung vor möglicherweise gefährlichen neuen Nachbarn wird es nicht generell geben. Wie es am Freitag beim LKA hieß, werden je nach Gefährdungsabschätzung in Einzelfällen Gespräche mit Anwohnern geführt.
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