Aachen/Nörvenich - Sicherheitsverwahrung für Nörvenicher Sexstraftäter?

Sicherheitsverwahrung für Nörvenicher Sexstraftäter?

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Nörvenich. Bis zum 1. Februar 2010 sollte der ehemalige Maler, Gastronom und Gelegenheitsarbeiter H. (68) seine Haftstrafe in Bielefeld-Brackwede verbüßen.

14 Jahre saß er dann für versuchten Mord und sexuellen Missbrauch an einem sechsjährigen Mädchen 1995 in Nörvenich bei Düren, dann wäre er wieder auf freiem Fuß.

Nun hat die psychiatrisch-psychologische Abteilung der JVA vor der Freilassung von H. in ihren Gutachten dem Häftling keine gute Sozialprognose bescheinigt.

Bedenken hatten die Psychiater dahingehend, dass der bereits vor Jahren wegen diverser Sexualdelikte vorbestrafte Mann wieder rückfällig werde könne, dies sogar mit hoher Wahrscheinlichkeit trotz seines fortgeschrittenen Alters.

Begründung: Er lehne Sexualtherapien ab, in seiner Zelle fand man zwei Hefte mit pornographischen Inhalten. Diese Sozialprognose führt seit Mittwoch zu einem Verfahren vor der 1. Schwurgerichtskammer des Aachener Landgerichts, in dem über die nachträgliche Verhängung einer Sicherungsverwahrung entschieden werden wird.

Das könnte eine weitere Inhaftierung auf unbestimmte Zeit für den Häftling bedeuten.

Eine nachträglich verhängte Sicherungsverwahrung - in dem Urteil von 1995 wurde sie nicht ausgesprochen - ist mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Februar 2004 möglich geworden.

Die Sicherungsverwahrung richtet sich gegen notorische, allgemeingefährliche Straftäter, gegen die es nach Auffassung eines Strafgerichts die Gesellschaft weiterhin zu schützen gilt.

Die Vorschriften der nachträglichen Verhängung sind streng, wie man aus dem Verfahren gegen den heute in Heinsberg-Randerath lebenden Sexualstraftäter D. weiß.

Im Gerichtssaal in Aachen saßen nun drei Gutachter, die H. neurologisch wie auch psychiatrisch beurteilen sollen, denn eine neurologische Hirnschädigung wird nicht ausgeschlossen. Bislang sind vier Verhandlungstage für das Verfahren angesetzt.

Nach der Verlesung der Urteile, die H. betreffen und in denen entweder Diebstahlsdelikte und Körperverletzungstaten mit relativ geringerem Kriminalitätsgrad oder Sexualdelikte bestraft wurden, stellte Richter Gerd Nohl eine heikle Frage.

„Sind die Urteile richtig oder nicht?” Nicht alle, meinte H.. Gerade die Tat an der Sechsjährigen aus Nörvenich, die er damals im Wald missbraucht und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt hatte, bestreitet H., andere Sextaten nicht. Das Verfahren wird am 10. Dezember fortgesetzt.
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