Köln/Bonn - Sicherheitspanne: Mann dringt in Regierungsflieger ein

Sicherheitspanne: Mann dringt in Regierungsflieger ein

Von: Daniel Taab
Letzte Aktualisierung:

Köln/Bonn. Es ist eine schwere Sicherheitspanne: Am Donnerstagabend ist es einem 24 Jahre alten Mann gelungen, auf das hoch gesicherte Gelände des militärischen Teils des Flughafens Köln/Bonn einzudringen. Minuten später schaffte es der Eindringling außerdem, an Bord eines Regierungsflugzeugs zu kommen: Er setzte sich ins Cockpit des Airbus 319.

Die zuständigen Ermittlungsbehörden bestätigten den gravierenden Fall. Um 22 Uhr schaffte es der Mann unter ungeklärten Umständen, auf das Areal in Porz-Wahn zu kommen. Auf dem Gelände ist unter anderem die Flugbereitschaft der Bundesverteidigungsministeriums beheimatet. Sechs Flieger stehen dort Tag und Nacht für Regierungsmitglieder bereit, unter anderem für Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dass es einer unberechtigen Person gelang, das Gelände zu betreten, sorgte bei der Bundeswehr für große Aufregung. Auch Bundespolizei und Landespolizei können sich im Moment nicht erklären, wie dies passieren konnte.

In der Tat ist der Fall auf dem Fluggelände in Köln wohl einmalig: Nach ersten Erkenntnissen soll der möglicherweise verwirrte Mann in der Dunkelheit allein um das Flugzeug der Flugbereitschaft herumgegangen sein, um sich den Airbus näher anzuschauen. Dann schaffte es der 24-Jährige an Bord der geparkten Maschine. Ob die Türen des Fliegers offen waren, ist noch unklar. Fest steht: Der mutmaßliche Täter setzte sich in das Cockpit des Regierungsfliegers und riegelte offenbar die Tür von innen ab.

Ein leitender Beamter sagte, dass der Mann sich regelrecht in dem Cockpit „verschanzt“ habe. Der 24-Jährige weigerte sich nach Angaben aus Ermittlerkreisen, aus dem Cockpit herauszukommen, als die Beamten von Bundes- und Landespolizei vor Ort waren. „Der offensichtlich unter Drogeneinfluss stehende Mann wollte das Flugzeug nicht mehr verlassen“, ergänzte ein hochrangiger Beamter. Die Tür sei später von Einsatzkräften geöffnet worden. Der Eindringling wurde festgenommen und kam in Polizeigewahrsam.

Der Sprecher der Luftwaffe, Silvio Schmidt, bestätigte grundsätzlich den Vorfall und sagte, dass der Airbus für die Spurensicherung von der Kölner Polizei beschlagnahmt worden sei. „Wir werden nun intern prüfen, wie der Mann auf das Gelände gelangen konnte. Dies werden wir aufarbeiten“, ergänzte der Sprecher. Normalerweise kommen auf das Areal nur Personen, die bei der Bundeswehr in diesem Bereich arbeiten, oder sonstige Befugte mit speziellen Ausweisen. Wegen der besonderen Bedeutung des Vorfalls wurden auch das Verteidigungsministerium in Berlin und das Innenministerium in Düsseldorf über eine sogenannte „WE-Meldung“ („Wichtiges Ereignis“) informiert.

Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt nun nach Angaben ihres Sprechers gegen den Mann wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Zu welchen Beschädigungen es in oder an der Maschine gekommen ist, konnte die Ermittlungsbehörde noch nicht mitteilen. „Wir prüfen, ob der Verdächtige strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann“, so der Sprecher weiter. Möglicherweise sei der Mann schuldunfähig. Eine entsprechende ärztliche Prüfung sei noch nicht abgeschlossen.

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