Berlin - Sicherheitsexperte: Tunesier mit Rizin-Bestellung aufgefallen

Sicherheitsexperte: Tunesier mit Rizin-Bestellung aufgefallen

Von: dpa
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Die Polizei hat am Mittwoch die Räume des Hauses im Stadtteil Chorweiler untersucht. Foto: dpa

Berlin. Auf den in Köln lebenden Tunesier mit hochgiftigem Rizin in seiner Wohnung sind die Sicherheitsbehörden laut einem Experten wegen eines auffälligen Interneteinkaufs gestoßen. „Er war den Sicherheitsbehörden bisher nicht aufgefallen. Sie hatten ihn nicht auf dem Radar”, sagte ARD-Terrorismus-Experte Michael Götschenberg am Donnerstag im Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Das habe sich geändert, als er online versucht habe, in großer Menge Rizinussamen zu bestellen. „Und das hat das Bundesamt für Verfassungsschutz auf ihn aufmerksam gemacht.” Dies sei der Ausgangspunkt der Ermittlungen.

Der Tunesier solle eine größere Menge Bohnen Rizinussamen bestellt haben. „Isoliert ist Rizin bereits in der Menge einer einzelnen Bohne für den Menschen gefährlich. In dieser Größenordnung wäre das dann natürlich auch geeignet, um es als Biokampfstoff einzusetzen”, verdeutlichte der Terrorismus-Experte.

Der Bundesgerichtshof hatte am Mittwochabend Haftbefehl gegen den 29-jährigen Tunesier erlassen. Es bestehe der dringende Verdacht des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, sagte ein Sprecher des Generalbundesanwaltes. Bei dem gefundenen Gift handele es sich um eine Rizin-haltige Substanz. Die Behörde ermittele außerdem weiter auch wegen des Anfangsverdachts einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Hier bestehe aber kein dringender Tatverdacht.

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