Sexuelle Beziehung zu Schülerin: Unterrichtsverbot für Lehrer

Von: mgu
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Das Unterrichtsverbot für den Lehrer, der bisher an einem Gymnasium im Kreis Heinsberg arbeitete, gilt zunächst drei Monate lang. Symbolbild: dpa

Aachen/Kreis Heinsberg. Das Aachener Verwaltungsgericht hat einem Lehrer ein vorübergehendes Unterrichtsverbot erteilt, weil er über mehrere Monate eine sexuelle Beziehung zu einer 16-jährigen Schülerin hatte. Der Lehrer war bislang an einem großen Gymnasium im Kreis Heinsberg tätig.

Nachdem das Verhältnis zwischen Lehrer und Schülerin öffentlich geworden war, hatte zunächst die Bezirksregierung Köln als Schulaufsicht das Unterrichtsverbot gegen den Lehrer verhängt. Und zwar bereits Ende vergangenen Jahres, wie ein Sprecher der Bezirksregierung Köln auf Nachfrage erklärte. Die Beschwerde des Lehrers wies das Verwaltungsgericht am Mittwoch in einem Eilbeschluss zurück.

Das Unterrichtsverbot sei gerechtfertigt, hieß es in der Begründung des Gerichts. Durch das Verhalten des Lehrers seien Nachteile für die Schülerin zu fürchten – daran ändere auch das Einverständnis der betroffenen Schülerin nichts. Die Schule sei in ihrer Funktionsfähigkeit als öffentlich-rechtliche Einrichtung mit einem Bildungs- und Erziehungsauftrag beeinträchtigt worden, erläuterten die Richter. Das Lehrer-Schüler-Verhältnis sei unter den Schülern bereits Gesprächsstoff gewesen.

Durch die sexuelle Distanzüberschreitung gegenüber einer Minderjährigen sei das Vertrauen sowohl des Arbeitgebers als auch der Schüler und Eltern erheblich beeinträchtigt. Ein weiterer Kontakt des Lehrers mit minderjährigen Schülern sei nicht hinnehmbar, so die Begründung.

Zum genauen Alter des Lehrers wollte sich das Verwaltungsgericht auf Anfrage unserer Zeitung nicht äußern. Allerdings handele es sich nicht um einen Berufsanfänger, wie Gerichtssprecher Frank Scha-franek erklärte. Genauso wenig stehe der Mann kurz vor der Rente.

Der Mann kann gegen den Beschluss Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen. Das Unterrichtsverbot gilt drei Monate lang. Mit diesem Mittel ließ sich der Beamte schnell aus dem Verkehr ziehen, um die Lage an der Schule zu stabilisieren, so Schafranek. Die Bezirksregierung kann innerhalb von drei Monaten ein Disziplinarverfahren einleiten, andernfalls erlischt das Unterrichtsverbot. Dazu wird es aber nicht kommen. „Die Disziplinarstelle ist bereits eingeschaltet“, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Köln auf Anfrage.

Ein entsprechendes Verfahren kann dazu führen, dass der Lehrer seinen Beamtenstatus verliert. Laut Verwaltungsgerichtssprecher seien Fälle von Lehrer-Schüler-Beziehungen, die zu einem Verfahren führen, selten. In Aachen verhandele man ähnliche Fälle im Schnitt höchstens einmal pro Jahr.

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