Sexualstraftäter seit 19 Jahren unerkannt in der Region unterwegs

Von: pol-kr/pol-ac
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Aachen/Krefeld. Deutsche, niederländische und belgische Strafverfolgungsbehörden fahnden nach einem Sexualstraftäter, der in den zurückliegenden 19 Jahren in der Rheinschiene, im Saarland, im Raum Eupen und in Steyl bei Venlo als Vergewaltiger und mit „Mitleidsmasche” in Erscheinung getreten ist.

Dem gesuchten Sexualstraftäter wird in Aachen eine Vergewaltigung zugerechnet. Anfang Januar 1998 hatte der Mann im Ostviertel eine damals 21-jährige Frau in einem Hausflur vergewaltigt. Unerkannt war er geflüchtet. Seinerzeit waren DNA-Spuren gesichert worden. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass der Täter danach noch weitere Straftaten in Aachen begangen hat.

Die Ermittler kennen die „Handschrift” des Täters: So erfolgten die Vergewaltigungen, nachdem der Täter in Wohngebäude, Altenheime (hier waren Pflegekräfte Opfer) oder Studentenwohnheime eingestiegen war oder sich eingeschlichen hatte. In einigen Fällen war er seinen Opfern auch mit dem Pkw oder zu Fuß gefolgt.

Anders sieht die Vorgehensweise bei der „Mitleidsmasche” aus. Hier klingelt er an der Tür und gibt vor, auf der Suche nach einer Behindertenstätte zu sein und auf Grund einer Behinderung seine Arme nicht bewegen zu können. Er bittet dann um Hilfe beim Urinieren. Helfen ihm die Frauen, stellt sich heraus, dass sein Vorgehen eindeutig sexuell motiviert ist.

Der Zusammenhang zwischen den Taten konnte auch deshalb hergestellt werden, weil in bislang neun Fällen bei der Spurensicherung DNA des Täters gefunden wurde. So konnten sieben Vergewaltigungen, eine „Mitleidsmasche” und ein Fall von Exhibitionismus - dabei verfolgte er sein Opfer und zeigte sich diesem anschließend offensiv - dem gleichen Täter zugeordnet werden. Daneben gibt es rund 60 weitere Fälle (darunter 45 Fälle der „Mitleidsmasche”), für die er auf Grund der Vorgehensweise als Täter in Frage kommen könnte. Diese Zahl könnte noch steigen, da nach Einschätzung der Ermittler aus Scham noch lange nicht alle Mitleids-Fälle angezeigt wurden.

Fallanalytiker des Landeskriminalamtes, die durch einen belgischen und einen niederländischen Kriminalisten unterstützt werden, gehen davon aus, dass der Täter sich aktuell abwechselnd im Raum Eupen/Weismes und im Bereich Köln/Bonn aufhält. Fest steht: Er wird als 35- bis 50-Jähriger von unauffälliger Gestalt und Körpergröße mit dunklem Haar beschrieben. Bei Nationalität oder Abstammung des Täters gehen die Beschreibungen der Opfer auseinander.

Es wurden mehrfach Phantombilder veröffentlicht, doch führten diese ebenso wenig zum Erfolg wie eine Fahndung in der Sendung „Aktenzeichen XY” im März 2007. Die Opfer beschrieben den Täter sehr unterschiedlich. Die bisher erstellten Phantombilder weichen erheblich voneinander ab, weshalb auf die Veröffentlichung verzichtet wird. Ein Bild ergibt sich über die Orte, an denen der Täter aufgetreten ist, seine Handlungsweisen und natürlich seine DNA. Kriminaldirektorin Anette Cruel: „Das Auffällige an ihm ist seine Unauffälligkeit. Ihm steht ganz sicher nicht auf der Stirn geschrieben, dass er ein Sexualstraftäter ist. Er ist der unscheinbare Nachbar, dem niemand diese Tat zutraut.”

Die Polizei hofft auf neue Hinweise und fragt: Wer kennt einen Mann, der in einer den genannten Tatregionen lebt und Bezüge zu einer der anderen Tatortbereiche hat? Darüber hinaus werden Frauen, die ebenfalls Opfer des Täters wurden, dringend gebeten, dies der Polizei zu melden. Dies gilt auch für Vorfälle, die bis zu 20 Jahre zurückliegen können. Anette Cruel: „Solche Hinweise sind für uns sehr wichtige Mosaiksteine. Es ist für uns hochinteressant, zu wissen, wann unser Täter wo zugeschlagen hat.”

Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.
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