Sex-Täter zieht brutale Spur durchs Land

Von: Stephan Mohne
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Aachen. Es ist eine der größten Serien von Sexualstraftaten, die es je in NRW gegeben hat. Jetzt, 20 Jahre nach den ersten Taten, geht die Polizei mit einer umfassenden und zusammenhängenden Presseerklärung an die Öffentlichkeit.

Fieberhaft fahnden die Behörden nach einem Mann, der seit 1990 für mindestens 70 Sexualstraftaten in Frage kommt - begangen in Aachen, Köln, Düsseldorf, Krefeld, Duisburg, Saarbrücken, Köln sowie in Belgien und den Niederlanden nahe der deutschen Grenze. Alleine 21 Vergewaltigungen und Vergewaltigungsverusche sollen auf das Konto des Täters gehen. Neun Taten konnten ihm aufgrund von DNA-Spuren zugeordnet werden.

Bereits vor einigen Wochen hatte unsere Zeitung von einem Mann berichtet, der mit einer „Mitleidsmasche” auftritt. Er klingelt vornehmlich bei alleinstehenden Frauen, behauptet, seine Arme nicht bewegen zu können und bittet um Hilfe beim Toilettengang. Helfen ihm die Frauen, schafft es der Mann immer wieder, seine Opfer zu sexuellen Handlungen an ihm zu „überreden”.

Die Kölner Polizei hatte seinerzeit auf Anfrage aus „ermittlungstaktischen Gründen” keine Auskunft dazu geben wollen. Jetzt hat es sich die Polizei anders überlegt - und geht an die Öffentlichkeit. Denn bei dem Mann mit der „Mitleidsmasche” handelt es sich nach Erkenntnissen der Ermittler um niemand anderen als jenen Serienvergewaltiger. Auch nach besagten „Mitleidsfällen” hat man DNA von ihm sicherstellen können, ebenso in einem Fall von Exhibitionismus. Diese Zusammenhänge sind der Polizei allerdings bereits seit mindestens vier Jahren bekannt.

Die Polizei geht außerdem davon aus, dass es sich bei den 70 bislang dem Täter zugeordneten Fällen vielleicht nur um die Spitze des Eisbergs handelt, weil viele Opfer sich aus Scham heraus bislang nicht trauten, Anzeige zu erstatten.

In Aachen soll der Mann 1998 eine Frau vergewaltigt haben. Im belgischen Grenzort Raeren bei Aachen wird ihm eine Vergewaltigung aus dem Jahr 2000 und eine vor wenigen Wochen zur Last gelegt. In Eupen soll der Mann zwischen 1995 und 2008 fünf Frauen vergewaltigt haben. Die jüngsten Fälle der „Mitleidsmasche” wurden in Köln registriert - gleich drei am 18. Dezember 2009. Eine Veröffentlichung dazu gab es nicht.

Die Polizei hat keine Spur von dem Täter. Sie weiß nicht einmal genau, wie er aussieht. Die Behörden bitten nun Frauen, die in den vergangenen Jahren ebenfalls Opfer des Mannes wurden, sich zu melden. „Fallanalytiker” des Landeskriminalamts gegen davon aus, dass der 35 bis 50 Jahre alte und als unauffällig beschriebene Mann aktuell abwechselnd im Bereich Eupen und im Raum Köln/Bonn sein Unwesen treibt und starke persönliche Bezüge in diese Regionen haben muss.
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