Krefeld - Serienbankraub: Angeklagter bestreitet Mordvorwürfe

Serienbankraub: Angeklagter bestreitet Mordvorwürfe

Von: ddp-nrw
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Krefeld. Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Doppelmörder und Serienbankräuber hat der 45-jährige Angeklagte bestritten, zwei Autohändler in Krefeld und Belgien erschossen zu haben.

Weitere Angaben wollte er am Mittwoch vor dem Krefelder Landgericht nicht machen. Der Kfz-Meister erklärte, es sei ihm zu gefährlich, vor der Öffentlichkeit mehr zum Hintergrund der beiden Fälle zu sagen. Seine Familie und er würden massiv aus dem Umfeld des wahren Täters bedroht. Im Gefängnis habe man ein „Kopfgeld” auf ihn ausgesetzt.

Der zuständige Richter Werner Luczak sagte dazu, es habe schon im Vorfeld des Verfahrens Drohungen gegen den Angeklagten gegeben. Der 45-Jährige sagte, es handele sich bei dem wahren Täter um einen „Mann türkischer Herkunft”. Ihn will er angeblich im Bereich eines grenznahen „Coffee-Shops” im holländischen Venlo kennengelernt haben.

Aufgrund der Drohungen hatte das Gericht bereits zum Prozessauftakt die Sicherheitsvorkehrungen massiv verstärkt. Alle Besucher werden an mehreren Sicherheitsschleusen durchsucht, das Wachpersonal trägt zum Teil kugelsichere Westen.

Der Angeklagte hatte am Dienstag zum Prozessauftakt gestanden, insgesamt vier Banken in Wuppertal und Schleswig-Holstein zwischen 1990 und 1995 überfallen zu haben. Dabei hatte er knapp 200.000 Mark erbeutet. Die Staatsanwaltschaft legt ihm darüber hinaus die Ermordung eines Autohändlers in Krefeld zur Last.

Der 27-Jährige war im Mai 2008 durch einen Kopfschuss in seinem Betrieb getötet und ausgeraubt worden. Darüber hinaus gehen die Ermittler davon aus, dass der Angeklagte im Herbst 2007 auch einen Autohändler in Belgien erschossen hat. Das hier gefundene Projektil stammt laut Polizei jedenfalls aus der Waffe des Angeklagten. Für den Prozess sind insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt, das Urteil soll nicht vor Ende Juni verkündet werden.
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