Senioren-Abzocke: Polizei warnt vor dreisten Betrügern

Von: Gerald Eimer
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Senioren werden immer häufiger zu Opfern von Betrügern: Unbekannte Anrufer, vermeintliche Handwerker oder aufdringliche Verkäufer an der Tür hoffen bei ihnen auf leichte Beute. Dagegen hilft nur gesundes Misstrauen und selbstbewusstes Neinsagen. Foto: imago/Sven Simon

Aachen. Ältere Menschen werden von international agierenden Banden immer öfter gezielt als Betrugsopfer ausgewählt. Auch in unserer Region registriert die Polizei eine dramatische Zunahme von Fällen, bei denen die Täter geistige Schwächen und körperliche Gebrechen von älteren Menschen für ihre Abzocke bewusst ausnutzen.

Alleine in der ersten Hälfte des Jahres 2011 habe es im Raum Aachen mit 124 Betrugsdelikten schon mehr als doppelt so viele Fälle wie im Vorjahr gegeben.

Aktuell warnt die Polizei vor einer Masche, bei der sich die Täter die neuen bargeldlosen Bezahlverfahren wie Ukash oder Paysafe zunutze machen, erläutert Kriminalhauptkommissar Ben Hamacher, Fahnder im Betrugskommissariat der Aachener Polizei.

Weil das Geld in diesen Fällen ohne persönliche Kontakte und auch ohne Kontoverbindungen fließt, fehlen der Polizei entscheidende Ermittlungsansätze. Hinzu kommt, dass die Kontaktaufnahme von Telefonanschlüssen erfolgt, die unter falschen Namen eingerichtet wurden.

In den meisten der 15 Fälle in den letzten anderthalb Monaten habe sich eine vermeintliche Rechtsanwaltskanzlei namens „Oliver Braun” bei den Opfern gemeldet und einen hohen Geld- oder Sachgewinn versprochen. Um den Preis zu erhalten, sollten die Angerufenen der Kanzlei zuvor Geldbeträge zwischen 300 und 800 Euro zukommen lassen. Dies sollte stets bargeldlos mit den neuen - und eigentlich auch seriösen - Online-Bezahlverfahren geschehen, das auch in Tankstellen oder anderen Geschäften erledigt werden kann. Das auf diese Weise übermittelte Geld fließt den derzeitigen Ermittlungen zufolge unmittelbar in ausländische Wettbüros, wo es gewaschen wird.

Die neue Masche sei ein weiteres Beispiel für die „klug ausgearbeiteten und hoch erfolgreichen" Tricks der Betrüger, sagt Hamacher. Mit normalen polizeilichen Mitteln sei ihnen kaum noch auf die Schliche zu kommen. Inzwischen hat das Land Sondereinsatzkommandos eingerichtet, um gegen die mafiös organisierten Banden vorzugehen. Weil die gezielte Seniorenabzocke längst kein rein deutsches Phänomen mehr ist, sei auch auf EU-Ebene eine engere Zusammenarbeit angestrebt.
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