Aachen - Semesterticket: Das „definitiv letzte Angebot”

Semesterticket: Das „definitiv letzte Angebot”

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Hans Joachim Sistenich ist immer noch entsetzt, dass die Studentenvertretung der RWTH Aachen (AStA) das Angebot des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) zur Verlängerung des Semestertickets Ende voriger Woche als „Preistreiberei” zurückgewiesen hat.

Verstehen kann er das nicht. Reagiert hat er trotzdem. Dienstag legte der AVV nach seiner Zweckverbandsvollversammlung den RWTH-Studenten das „definitiv letzte Angebot” vor.

Der AVV-Anteil am gesamten Semesterticketpreis könnte demnach statt um 10,05 Euro nur um 5,01 Euro auf 66,50 Euro für sechs Monate steigen. Ein Plus von 8,51 Prozent, nachdem der Preis seit drei Jahren eingefroren war. Allerdings würde dieses „letzte Angebot” kein Festpreis für drei Jahre sein. Er soll eine Übergangsregelung für zwei Semester - also ein Jahr - sein. Danach, warnt Sistenich, könnte der Preis dann allerdings über dem vom AStA gerade abgelehnten Angebot liegen, dessen Preis für drei Jahre fix gewesen wäre.

Zu den neu vorgeschlagenen 66,50 Euro kämen unverändert 29,51 Euro für die DB-Anschlusstickets nach Köln und Düsseldorf hinzu und 42,40 Euro für die Nutzung des restlichen Nahverkehrsnetzes in NRW. Das NRW-Semesterticket würde also 138,41 Euro kosten - 23,07 Euro pro Monat. Was der AStA vom Vorschlag des AVV hält, blieb am Dienstag im Dunkeln: Bei der Studentenvertretung war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

„Die Zeit drängt”, sagt Sistenich. Bis Mitte Januar muss die Aachener Universität wissen, welchen Sozialbeitrag sie für das Sommersemester von den Studenten verlangt. Die Kosten für ein mögliches Semesterticket werden als Teil des Sozialbeitrag von jedem Studenten erhoben. Es bleiben also keine vier Wochen, um sich zu einigen. „Mit der Übergangsregelung möchten wir eine gewisse Denkpause erreichen”, sagte Sistenich. Nun hätten die Studenten die Gelegenheit, zwischen zwei Angeboten zu wählen, denn das alte Angebot für drei Jahre, das der AStA vorige Woche zurückgewiesen hat, bleibt als Option weiter gültig. Der Stolberger Landtagsabgeordnete Axel Wirtz (CDU), Vorsitzender des AVV-Aufsichtsrates, hofft, dass die Studenten die Vorteile dieses Angebotes doch noch zu schätzen lernen. Es sah eine Steigerung des AVV-Anteils am NRW-Semesterticketpreis von 61,49 Euro auf 71,54 Euro für drei Jahre vor.

Azubi-Monatskarten unverändert

Eine Nicht-Verlängerung des Semesterticketvertrages wäre für viele Studenten „eine Katastrophe”, sagte Sistenich. „Studenten fahren günstiger als jede andere Kundengruppe des AVV”, argumentiert er. Und immer mehr Studenten nutzen das Angebot. Ihretwegen hätten die Kapazitäten erheblich ausgeweitet werden müssen: „Das hat uns in den vergangenen drei Jahren über eine Million Euro gekostet.”

Die neue einjährige Tarifoption für das Semesterticket will der AVV auch den anderen Aachener Hochschulen unterbreiten. Allerdings hatte die Fachhochschule Aachen laut Sistenich Dienstag bereits per Email Zustimmung zur dreijährigen Variante geäußert.

Auch die übrigen Kundengruppen des AVV müssen ab April 2012 mit Preiserhöhungen leben: Die Verbandsversammlung und der Aufsichtsrat stimmten am Dienstag einer Erhöhung der Tarife zu diesem Zeitpunkt um durchschnittlich rund 3,3 Prozent zu. Eine Monatskarte in der Stufe 1A etwa kostet künftig 48,10 Euro statt bislang 46,50 Euro. Damit erlöst der AVV nach eigenen Angaben Mehreinnahmen von 2,6 Millionen Euro im gesamten Verbundgebiet pro Jahr.

Unverändert bleiben die Preise für die Kurzstrecke (1,60 Euro), alle Tickets für Kinder bis 14 Jahren und alle Azubi-Monatskarten.

Nötig seien die Preiserhöhungen wegen der steigenden Energie-, Personal und Infrastrukturkosten, der notwendig gewordenen Kapazitäts- und Leistungsausweitungen im Nahverkehr und der sich dramatisch entwickelnden Haushaltslage der Kommunen, die Anbieter des Nahverkehrs sind, teilte der AVV mit.

Ferientickets für Bus und Bahn

Alle Fun-Tickets und School-Plus-XL-Tickets sind auch in den Schulferien im gesamten AVV-Netz gültig. Schüler unter 21 Jahren, die ein solches Ticket nicht besitzen, können für 13,40 Euro das AVV-Ferienticket erwerben.

Schüler, die in den Ferien durch ganz NRW reisen wollen, können für 24,50 Euro das Schöne-Ferien-Ticket kaufen, mit dem sie alle Busse und Bahnen in NRW beliebig oft nutzen dürfen.

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