Semesterstart: Rot steht für Maschinenbau

Von: Robert Baumann
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Wenigstens hat es nicht geregn
Wenigstens hat es nicht geregnet: Am ersten Tag der Einführungswoche brauchten die Studienneulinge vor allem Geduld. Das zweite Ziel der Veranstaltung, „sich untereinander kennenzulernen”, ergab sich dabei fast von alleine. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Die vergangenen Wochen waren für Jason Siokis sehr stressig. Seine neue Wohnung in Aachen hat der Deutsch-Grieche lange und intensiv suchen müssen. Und dann stand noch der Umzug mit Sack und Pack aus seiner Heimatstadt Athen nach Deutschland an.

Jetzt ist Siokis in Aachen angekommen. Inmitten tausender Studenten steht der 25-Jährige vor dem Audimax der RWTH an der Wüllnerstraße. Es ist der erste Tag der Einführungswoche für Erstsemester an der Hochschule. Dabei ist Siokis gar kein richtiger „Ersti”. In Griechenland hat er bereits Maschinenbau auf Diplom an der Fachhochschule Piräus studiert. „Jetzt will ich mich in Aachen spezialisieren und den Master in Produktionstechnik machen”, erklärt der RWTH-Neuling.

Zettel werden abgerissen

Insgesamt 6500 junge Menschen starten in diesem Wintersemester an der RWTH ihr Studium. Allein im Fachbereich Maschinenbau gibt es 1852 Neueinschreibungen. Für einen erfolgreichen Start ins Studentenleben organisiert die Hochschule eine Einführungswoche, in der die Neulinge vom Rektor und den Fachschaften der RWTH begrüßt werden, zahlreiche Informationen zu ihrem Studium erhalten und bei einer Stadt-Rallye Aachen kennenlernen sollen.

Für die Einführungswoche der Maschinenbau-Erstsemester sind Lukas Hedwig und Tobias Harhues vom rund 50-köpfigen Organisationsteam der Fachschaft verantwortlich. In ihren roten Polohemden sind sie schon von weitem gut zu erkennen. „Die Studenten sollen lernen, sich selbst zu verwalten, und wir helfen ihnen dabei. Die meisten Fragen der Erstsemester heißen Wo muss ich hin? oder Wann ist was?. Ein großes Problem ist auch die Wohnungssuche. Die Zettel an den Pinnwänden zu Wohnungsanzeigen werden sehr schnell abgerissen”, weiß Harhues, der im 3. Semester Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Die neuen Studenten werden für die erste Woche in Gruppen eingeteilt, denen zwei bis drei Tutoren zugewiesen sind. 160 solcher Gruppen gibt es allein für die neuen Maschinenbauer.

Überall auf dem Campus-Gelände sind die Kleingruppen mit ihren Tutoren zu sehen. Je nach Studiengang tragen die Betreuer verschiedenfarbige Shirts. Rot steht für Maschinenbau, grün für die Biologie. Mehr als 900 Tutoren stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. David Schmitz ist bereits zum zweiten Mal für die Neulinge im Einsatz.

Mit seinem Kommilitonen Rudolf Degen führt er eine zwölfköpfige Gruppe über den Campus, zeigt ihnen Lehrräume und die Mensa und hat den einen oder anderen guten Tipp parat. „Ich hatte als Ersti selber einen guten Tutor, der mir viel geholfen hat. Die Neulinge sind sehr froh, dass sie eine Anleitung bekommen”, sagt der 23-Jährige und fügt hinzu: „Die Erstsemester sollen sich im Studentenalltag zurecht finden und vor allem kennenlernen. Denn während der Vorlesungen einen Freundeskreis aufzubauen, ist sehr schwierig”.

„HiWi wäre eine tolle Sache”

Erstsemestler Jason Siokis sitzt mittlerweile im Hörsaal des Audimax und lauscht der offiziellen Begrüßung durch die Fachschaft Maschinenbau. „Ich wollte immer nach Deutschland und die Sprache und Mentalität kennenlernen. Aachen ist eine schöne Stadt, und die Uni ist bekannt für ihre hohe Qualität”, sagt er. Am 8. Oktober beginnt dann offiziell sein Studium an der RWTH. Für die Zeit nach seinem Studium hat der Deutsch-Grieche auch schon Pläne: „Eine Stelle als Hilfswissenschaftler an der Uni wäre eine tolle Sache. Ich würde aber auch gerne in der Industrie arbeiten”, sagt er. Zurück nach Griechenland will Siokis jedenfalls nicht mehr. „Ich will in Deutschland arbeiten. Die Situation in Griechenland ist einfach zu problematisch und ungewiss.”

Jetzt 48.000 Studierende an TH und FH Aachen

An der RWTH haben sich bis jetzt 6500 neue Studierende für das Wintersemester eingeschrieben. Das sind - Folge der Zulassungsbeschränkung - rund 800 Neuimma­trikulationen weniger als im Vorjahr.

Für Bachelor-Studiengänge haben sich 4700, für Master 1500, für ein Lehramtsstudium 500 Studierende eingeschrieben sowie 300 in der Medizinischen Fakultät.

An der FH Aachen haben sich bislang 2700 neue Studierende eingeschrieben, davon 2449 als Bachelor sowie 247 als Master. Auf den Standort Aachen entfallen insgesamt 1924 Neue, auf Jülich 774.

Insgesamt hat die FH damit zurzeit knapp über 11.000, die RWTH fast 37.000 Studierende. Endgültige Zahlen gibt es erst nach Einschreibeschluss im November.

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