Aachen/Schwerin - Selbstbewusst im Duell mit der Hauptstadt

Selbstbewusst im Duell mit der Hauptstadt

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
iga-vor-bu
Geschenke werden am Sonntag nicht verteilt: Bei der vergangenen Tourismusmesse ITB in Berlin überreichte Aachens künftiger Städteregionsrat Helmut Etschenberg (links) Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit einen Eifel-Krimi. Jetzt die beiden als Konkurrenten an. Nur einer kann die Internationale Gartenbauausstellung 2017 ausrichten. Foto: Stollenwerk

Aachen/Schwerin. Rund 1,9 Millionen Menschen haben bislang die Bundesgartenschau (Buga) in Schwerin besucht. Und wenn die Veranstalter am Sonntag nach der Abschlussveranstaltung die Türen endgültig verriegeln, werden es ein paar mehr sein.

Dazu zählt auch eine 18-köpfige Delegation um den künftigen Aachener Städteregionsrat Helmut Etschenberg, die das Großereignis in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern aus einem besonderen Grund besucht. Wird die Jury der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) doch am Sonntag auf der Schweriner Buga verkünden, wer der Zuschlag für die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) im Jahr 2017 erhält - Aachen oder Berlin?

Etschenberg und seine Wegbegleiter reisen voller Zuversicht an. „Wir sind selbstbewusst und müssen uns mit unserem Konzept bestimmt nicht vor den Mitbewerbern aus Berlin verstecken”, sagt Etschenberg und verweist auf den „innovativen Ansatz” des Konzepts, der bei der Präsentation im vergangenen Juli „von der Jury sehr positiv bewertet” worden sei. „Wir versuchen, das Format einer Gartenschau neu zu interpretieren”, sagt Etschenberg.

Zwar geht es in dem Konzept mit dem Titel „Region im Wandel: Wie wir morgen leben?!” auch um innerstädtische Parklandschaften und den Gartenbau im Wandel. Aber im Kern geht es um künftige Stadt- und Landschaftsentwicklung in Verbindung mit nachhaltigen Lösungen für Wohnen, Mobilität, Energie, Landschaft und Umwelt. Rund 200 Millionen Euro sollen investiert werden, die nach der Euregionale 2008 als weiterer Impuls für den Strukturwandel eingesetzt werden sollen. Die Höhe der Zuschüsse kennen die Planer noch nicht. Fest steht indes, dass die beteiligten Kommunen einen Millionen-Betrag hinzuschießen müssten.

Eine weitere Besonderheit ist, dass IGA nicht nur an einem Standort stattfinden soll, sondern zahlreiche Projekte in der (Eu-)Regio umfasst. Das zentrale Ausstellungsgelände umfasst den Aachener Lousberg und den Nordwesten der Stadt mit dem RWTH-Campus Westbahnhof und zahlreichen Parkanlagen. Hinzu kommen Projektstandorte in der Region - vom Indeland bis Kerkrade. Die in die Zukunft gerichteten Themen sowie die Internationalität der Bewerbung sieht Etschenberg als „zwei große Trümpfe unserer Bewerbung an”.

Konkurrent ist Berlin mit dem Großprojekt Tempelhof. Das ehemalige Flughafengelände soll umgestaltet werden. In der Mitte des Areals soll ein 220 Hektar großer Park sowie an den Rändern drei Stadtquartiere entstehen. Zudem soll das Flughafengebäude langfristig zu einer Adresse für die Kultur- und Kreativwirtschaft werden. Dabei will die Hauptstadt die beiden Themen „Lebens- und Raumqualität” und „Garten” miteinander inszenieren. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit verspricht: „Die internationale Gartenbauausstellung wird so vielseitig und bunt wie Berlin.”

Am Sonntag wird sich zeigen, welches Konzept die Jury mehr überzeugt hat.

Die IGA gibt es nur alle zehn Jahre

Ob Internationale Gartenbauausstellung (IGA) oder Bundesgartenschau (Buga) - inhaltlich unterscheiden sich die Großveranstaltungen nicht stark, sagt Matthias Schmauder, der Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG), die den Zuschlag erteilt.

Beides seien sowohl Leistungsschau des Berufsstandes als auch Instrument der Stadtplanung und Wirtschaftsförderung. Wobei die IGA internationaler aufgestellt sei. Alle zehn Jahre öffnet die IGA in der Regel ihre Pforten und ersetzt im Präsentationsjahr die alle zwei Jahre stattfindende Buga. Die letzte IGA fand 2003 in Rostock statt, derzeit läuft die Buga in Schwerin.

Die Jury, die über den IGA-Zuschlag befindet, setzt sich aus Vertretern der drei DBG-Gesellschafter zusammen: Zentralverband Gartenbau, Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau sowie Bund deutscher Baumschulen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert