Aachen - Selbst Meteorologen finden diesen Sommer nicht normal

Selbst Meteorologen finden diesen Sommer nicht normal

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
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Schäfchenwolken sehen anders aus: Derzeit herrscht eine extrem instabile Wetterlage vor, wie man auch an diesen Wolken über Gangelt erkennen kann. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Aachen. Das Wetter, das wir derzeit erleben, ist selbst für gestandene Wetterleute nicht normal. „Das ist schon ungewöhnlich. Ein stinknormaler deutscher Sommer sieht anders aus“, sagt Franz-Josef Molé, Diplommeteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Essen.

 Normalerweise wechselten sich in Mitteleuropa Schönwetterperioden unter Hochdruckeinfluss mit etwas Regen und Gewittern durch Tiefausläufer ab. Die Tiefs ziehen üblicherweise schnell in den Osten ab, dann kommt die Sonne wieder hinter den Wolken hervor. Doch dieses Jahr hängt das Frontensystem mit Tief „Lucia“ in Mitteleuropa fest. „Es hat vergeblich versucht, nach Osten voranzukommen – und ist steckengeblieben“, sagt Bodo Friedrich von Eifelwetter.de.

Die Konsequenz ist: Das Tief wird „rückläufig“, wie die Meteorologen sagen. Dieser Begriff lässt sich an der Entwicklung des Wetters in den vergangenen Tagen gut erklären. Erst stürmt „Lucia“ mit aller Wucht und mit bis zu 50 Litern Regen pro Quadratmetern, die für Aachen gemeldet sind, von West nach Ost über uns hinweg. Dann rennt „Lucia“ im Osten erfolglos gegen eine Strömung, die sie nicht durchlässt – und dreht um. Konsequenz: Das gleiche Tief zieht am Mittwoch umgekehrt noch einmal mit viel Regen über uns hinweg. „Und die Unwettergefahr ist nicht gering, weil die Wetterlage Wolken über dem Mittelmeer einbezieht“, sagt Molé. Der Wetterwechsel ist ex­trem: am Sonntag noch hohe Luftfeuchtigkeit mit Temperaturen um die 30 Grad. Heute dagegen werden die ein oder anderen in der Eifel die Heizung anmachen. Dort bleibt es teils unter 10 Grad. In tieferen Lagen – also in Aachen oder Düren – könnte das Thermometer auf 15 Grad steigen.

„Die Ferien starten richtig mies für die Kinder“, sagt Molé. Doch der Vorteil der instabilen Wetterlage sei die instabile Wetterlage: „Das Tief kann jederzeit überraschend nach Osten abziehen und wir liegen plötzlich auf der Sonnenseite.“ Allerdings deutet sich derzeit keine Änderung an. „Ein stabiles Hoch ist nicht in Sicht“, sagt auch Bodo Friedrich. „Aber am Wochenende, da können wir uns wohl auf etwas stabileres und sonnigeres Wetter freuen.“ Nur: Einwandfrei werde auch das nicht werden.

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