Segelfliegerin aus Lammersdorf will hoch hinaus

Von: Sonja Essers
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Hoch hinaus: Im Cockpit des Segelfliegers fühlt sich Daniela Wilden wohl. Die 27-Jährige ist seit dem vergangenen Jahr Mitglied der Frauen-Nationalmannschaft. Ihr Ziel: im Jahr 2019 an der Weltmeisterschaft in Australien teilnehmen. Foto: Sonja Essers
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Die Flugzeuge stehen bereit: Noch bis Montag dauert der 17. Euregiocup des Luftsportvereins Aachen auf dem Flugplatz Merzbrück. Foto: Sonja Essers

Würselen. Mit einem Passagierflugzeug in ferne Länder reisen, kommt für Daniela Wilden nicht infrage. „Damit fliege ich nur, wenn ich muss“, sagt sie. Der Grund für ihre Abneigung gegen Airbus, Boeing & Co.: „Flugangst habe ich nicht. Mir fällt es einfach schwer, einem fremden Piloten mein Leben anzuvertrauen.“

Um Daniela Wildens Skepsis zu verstehen, muss man ihr Hobby kennen. Die 27-Jährige aus Simmerath-Lammersdorf gehört zu den erfolgreichsten Segelfliegerinnen in Deutschland und ist seit dem vergangenen Jahr Mitglied der Nationalmannschaft.

An diesem Wochenende startet sie beim 17. Euregiocup des Luftsportvereins Aachen auf dem Flugplatz Merzbrück. Mit rund 50 weiteren Hobby-Piloten tritt sie in verschiedenen Wettbewerben an. Sie sind Teil ihrer Vorbereitung für die Frauen-Weltmeisterschaft 2019 in Australien.

Aufgeregt ist die 27-Jährige nicht. Entspannt sitzt sie am Freitagmorgen auf den Holzbänken neben dem Vereinsheim und blickt in den Himmel. Doch dann macht sich ein Runzeln auf ihrer Stirn breit. „Das Wetter ist sehr schwierig. Die Schäfchenwolken sind für uns Flieger am besten, weil wir uns daran orientieren. Ist der Himmel aber blau, müssen wir beim Fliegen immer wieder auf den Boden schauen, um die Orientierung zu behalten.“

Mit dem Wetter kennt sich Wilden bestens aus. Ursprünglich wollte sie Meteorologie studieren, entschied sich aber für Geografie. Eine Pilotenausbildung war keine Option. „Ich wollte nicht den Spaß am Segelfliegen verlieren, dadurch dass ich mein Hobby auf eine gewisse Art zum Beruf mache.“ Dass das Cockpit trotzdem ihr zweites Zuhause werden würde, war ihr schon früh klar.

„Mein Bruder und ich waren richtige Flugplatzkinder“, sagt sie. Was sie damit meint? „Meine Eltern fliegen auch und haben uns schon früh mitgenommen. Mit einem halben Jahr bin ich das erste Mal mit meinem Vater geflogen. Die Wochenenden und unsere Ferien haben wir fast immer auf dem Flugplatz verbracht.“

Wenn sie von „dem Flugplatz“ spricht, meint Daniela Wilden den Flugplatz Aachen-Merzbrück, der an der Bundesstraße 264 zwischen Eschweiler und Würselen liegt. Dort ist Wilden Mitglied der Segelfluggruppe (SFG) Nordstern. Auch wenn sie seit ihrem 18. Lebensjahr in Bonn wohnt und dort dem Aeroclub Bonn-Hangelar angehört, fühlt sie sich ihrer Heimat verbunden: „Ich hätte nie aus meinem Heimatverein austreten können“, sagt sie.

Die Kombination zwischen der Technik im Flugzeug und der Natur außerhalb des Cockpits fasziniere sie. „Entweder das packt einen oder es packt einen nicht“, sagt sie. Besonders beeindruckt sei sie von der Natur in der Region und der Berglandschaft in Deutschlands Süden. Doch das Naturspektakel habe auch Schattenseiten. „Vor der Bergfliegerei sollte man großen Respekt haben. Es gibt kaum einen Segelflieger, der nicht schon einen Bekannten in den Bergen verloren hat“, sagt Wilden. Für den Notfall ist die 27-Jährige während des Fluges mit einem Fallschirm ausgerüstet. Gebraucht habe sie diesen bisher noch nicht.

Beim Euregiocup steht für Wilden nicht der Wettbewerb, sondern der Spaß am Fliegen im Vordergrund. „Punkte sind die eine Sache. Aber die eigentliche Herausforderung ist eine andere. Ein Fluglehrer hat mir mal gesagt, dass man sich bei jedem Flug seine kindliche Neugierde bewahren soll, und daran sollte man auch immer wieder arbeiten“, sagt sie.

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