Schwurgericht lässt angeklagten Freigänger wieder frei

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Donnerstagmittag öffneten sich für den Aachener Markus J. (27) die Tore der JVA Köln. Er kam aus der Untersuchungshaft, in der er wegen Mittäterschaft an einem Totschlag Mitte letzten Jahres in einem Haus an der Gartenstraße einsaß, wieder frei.

Nach dem Prozessverlauf vor dem Aachener Schwurgericht in den letzten Wochen kam das eher nicht überraschend. Auf J. hatte es die Öffentlichkeit zunächst besonders abgesehen, weil er zum Tatzeitpunkt, es war der 16. Juli 2011, als Freigänger der Aachener JVA über das Wochenende Urlaub hatte.

Am Morgen jenes 16. Juli, es war kurz nach Mitternacht, waren Markus J. und zwei seiner Freunde auf einer Zechtour in einem Haus an der Gartenstraße gelandet. Anscheinend wollte einer der Angeklagten dort Drogen erwerben, die Adresse ist bekannt dafür. Dann kam es zu dem tödlichen Zusammentreffen zunächst in der Wohnung eines Mieters und dann auf der Treppe des Mietshauses. Denn aus einem unteren Geschoss hatten sich zwei Männer aufgemacht, um angeblich nach einigem Lärm in der Wohnung darüber nach dem Rechten zu sehen. Einem der beiden, einem 42-Jährigen, wurde das zum Verhängnis. Denn einer oder mehrere aus der angeklagten Dreiergruppe soll ihn dermaßen mit Fußtritten auf Körper und Kopf traktiert haben, dass das Opfer zunächst ins Koma fiel und kurz darauf verstarb.

Die Beweisaufnahme, so bewertete am Donnerstag der Aachener Verteidiger Rainer Dietz die Anordnung des Gerichts, habe jedoch ergeben, dass sein Mandant von keinem der Zeugen belastet worden sei. J. hatte angegeben, beim zu Gesicht bekommen der Bluttat schnellstens nach unten auf die Straße geflohen zu sein, er habe panische Angst gehabt, seine kurz bevorstehende Entlassung zu gefährden. In der Tat hatten ihn Zeugen in der Nacht als eher freundlich, ruhig und nicht aggressiv beschrieben. Es waren weiter keine Beweise im Prozess aufgetaucht, so dass momentan kein dringender Tatverdacht besteht.

„Das ist eine konsequente Entscheidung der Kammer, die den Prozessverlauf widerspiegelt”, erklärte Dietz. Das Gericht habe sich in seinen Entscheidungen eben nicht von den öffentlichen Vorverurteilungen beeinflussen lassen.
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