Bad Münstereifel - Schwerbehinderter Neunjähriger verdurstete

Schwerbehinderter Neunjähriger verdurstete

Von: dpa
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Bad Münstereifel. Ein schwerbehinderter neunjähriger Junge aus Bad Münstereifel ist im Beisein seiner Geschwister verdurstet und erfroren.

Diese Todesursache ergab die Obduktion der Leiche. Der Junge war am Ostersonntag in dem Eifel- Städtchen nahe Bonn gestorben - offenbar nach skandalöser Vernachlässigung und Unterversorgung. Sein Körper sei nach dem Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung ausgetrocknet und unterkühlt gewesen, berichtete eine Sprecherin der Bonner Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

Die 34-jährige allein erziehende Mutter war in Urlaub nach Spanien gefahren. Sie hatte ihre 17-jährige Tochter mit der Betreuung des Jungen sowie zwei weiterer Geschwister beauftragt. Die Tochter war damit offenbar überfordert. Der Junge war in lebensbedrohlichem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden und dort kurz darauf gestorben.

Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Mutter, ihre Tochter und gegen einen Freund der Familie wegen fahrlässiger Tötung. Der Mutter wird außerdem die Verletzung ihrer Erziehungs- und Fürsorgepflicht vorgeworfen.

Die Mutter hat insgesamt fünf Kinder zwischen drei und 17 Jahren. Nach Erkenntnissen der Polizei war sie mit einem Sohn für zwei Wochen nach Spanien gereist und erst am Todestag zurückgekehrt. Die Pflege des körperlich und geistig behinderten Jungen hatte sie in dieser Zeit seiner großen Schwester überlassen.

Da die Jugendliche damit wohl überfordert war, wandte sie sich nach einer Woche an den Freund ihrer Mutter aus dem benachbarten Euskirchen. Dieser unterstützte sie bei der Versorgung der Kinder teilweise, überließ die Pflege des schwerbehinderten Neunjährigen nach derzeitigem Ermittlungsstand aber der 17-Jährigen.

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