Aachen - Schwarzmarkt blüht: Bayern-Tickets zu horrendem Preis

Schwarzmarkt blüht: Bayern-Tickets zu horrendem Preis

Von: Oliver Schmetz
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92 Euro für ein Kombiticket, das regulär 32,50 Euro kostet: Im Internet werden die Eintrittskarten für den Pokalknüller gegen die Bayern bereits illegal versteigert. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Pokalknüller gegen die Bayern ist noch nicht einmal ausverkauft, da blüht bereits der Schwarzmarkthandel. Trotz teurer Karten-Kopplung mit zwei Zweitligapartien haben bereits die ersten Tickets für das Viertelfinalspiel der Alemannia am 26. Januar auf dem Tivoli im weltweiten Netz die Besitzer gewechselt.

Beim Internet-Auktionator Ebay stand das höchste Gebot für eine Stehplatzkarte im Block S2, die normalerweise 12,50 Euro kostet, Montagnachmittag bereits bei 51 Euro. Und in der gleichen Kategorie ging der Ticket-Dreierpack für die Partien gegen Karlsruher SC, Bayern München und SpVgg Greuther Fürth (Normalpreis 32,50 Euro) schon für satte 92 Euro über die virtuelle Ladentheke.

Oder sollte man besser sagen: unter die Ladentheke? Denn was viele vielleicht nicht wissen und manche wohl auch nicht wissen wollen: Die Versteigerung von Alemannia-Eintrittskarten insbesondere im Internet ist generell nicht zulässig. So steht es in den „Allgemeinen Ticket-Geschäftsbedingungen” (ATGB), die jeder Käufer mit Erwerb und Verwendung eines Tickets automatisch akzeptiert.

Demnach ist der gewerbliche und kommerzielle Weiterverkauf von Eintrittskarten grundsätzlich untersagt. Aber auch die private Weitergabe darf nicht zu überhöhten Preisen erfolgen; lediglich ein Aufschlag von 15 Prozent „zum Ausgleich entstandener Transaktionskosten” sei zulässig, so die ATGB. Zum Vergleich: Bei den oben angeführten Beispielen liegt die Preissteigerung zwischen 200 und 300 Prozent.

Der Klub will mit diesen Vorschriften Ticketspekulationen unterbinden, zugleich aber auch die Sicherheit der Besucher gewährleisten - schließlich könnten sich per Internet beispielsweise problemlos Bayern-Fans in die schwarz-gelben Heimblöcke einkaufen. Deshalb geht die Alemannia nach eigenen Angaben gegen den Weiterverkauf per Internet vor, allerdings aus personellen Gründen eher stichprobenartig.

„Wir schauen immer mal wieder nach und haben aktuell auch schon einige Auktionen beendet”, erklärt Klubsprecher Thorsten Pracht. Ebenso habe man den einen oder anderen Testkauf vollzogen, um die Verkäufer „zu identifizieren und gegebenenfalls zu sanktionieren”. Wobei die Identifikation der Ticketanbieter dank der zurzeit laufenden ausschließlich „personalisierten Kartenabgabe an Dauerkartenbesitzer und Mitglieder für uns ziemlich einfach ist”, so Pracht.

Was mögliche Sanktionen angeht, hält sich der Klub noch bedeckt. Laut ATGB drohen in solchen Fällen Ticketsperrungen und Stadionverweise. „Wir müssen sehen, wie wir damit umgehen, und reden erst einmal mit den Leuten”, sagt Pracht. Der Alemannia-Sprecher betont im Übrigen, dass man durch das jetzt gewählte Vorverkaufsverfahren ohnehin größere Ticketspekulationen ausschließe: „Wir hatten hier schon Leute, die 400 Pokalkarten auf einen Schlag ordern wollten - zu welchem Zweck, ist wohl klar.”

Ob es nach dem personalisierten überhaupt noch einen freien Vorverkauf für das Bayern-Spiel geben wird, ist dagegen nach wie vor unklar. Bis Montagabend hatten die mehr als 12.000 Dauerkarteninhaber und die rund 9000 Mitglieder insgesamt knapp über 17.000 der 32.160 Karten gekauft.

Von den 5000 Kombitickets, die diese beiden Personengruppen bis zum 13. Januar zusätzlich und bevorrechtigt erwerben können, waren aber immer noch ein paar hundert übrig. Außerdem gehen vom Kartenkontingent noch rund 3000 Tickets für Bayern-Fans und etwa 2000 für VIP-Gäste ab. Rein rechnerisch besteht also noch die Chance aufs Dabeisein beim Bayern-Spiel - auch ohne die ebenso happigen wie illegalen Aufschläge auf dem Schwarzmarkt.
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