Schwangere Tote am Windrad: Das Geheimnis der Mörder aus Titz

Von: Marlon Gego
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Die verurteilten Patrick G. (33) und Corina Ö. (31) waren über Jahre ein Paar gewesen, als Patrick G. im Sommer 2013 in Düren-Echtz die damals 27 Jahre alte Christina F. kennenlernte und eine Beziehung mit ihr begann. Foto: Archiv/Krömer

Düren/Jülich. Der Mord an Christina F. aus Düren-Echtz am Ostermontag 2014 wird in Teilen ungeklärt bleiben. Zwar wurden im Dezember 2014 Patrick G. und Corina Ö. aus Titz wegen gemeinschaftlichen Mordes an der damals schwangeren Christina F. verurteilt, doch wie die Tat sich ereignet, wer Christina F. erschlagen und damit auch ihr ungeborenes Kind getötet hatte, konnte das Aachener Landgericht in einem aufwendigen Verfahren nicht herausfinden.

Am Dienstag nun teilte der Bundesgerichtshof auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass die Revision des Falles als unbegründet verworfen worden sei; das Verfahren wird damit nicht noch einmal aufgerollt, das Urteil des Landgerichts ist rechtskräftig.

Die verurteilten Patrick G. (33) und Corina Ö. (31) waren über Jahre ein Paar gewesen, als Patrick G. im Sommer 2013 in Düren-Echtz die damals 27 Jahre alte Christina F. kennenlernte und eine Beziehung mit ihr begann. Für Patrick G. eine kleine Abwechlsung, für Christina F. die Liebe ihres Lebens. Als Christina F. im Herbst 2013 schwanger wurde, sah Patrick G. seine Unabhängigkeit in Gefahr, besonders seine finanzielle. Hinzu kam, dass seine Freundin Corina Ö. eifersüchtig wurde und auf die Abtreibung des Kindes drängte.

G. mischte Christina F. mit Ö.s Hilfe verschiedene Male heimlich Medikamente und Giftpflanzen in ihr Essen, um einen Schwangerschaftsabbruch herbeizuführen, allerdings vergeblich. Kurz bevor Christina F. zu ihrer Mutter in die Eifel umziehen wollte, um dort ihr Kind zur Welt zu bringen, lockte Patrick G. sie am Nachmittag des Ostermontages 2014 auf den verlassenen Hof seiner Großeltern in Linnich, zu dem kurz darauf auch Corina Ö. kam. Dort erschlug einer von beiden Christina F. mit einer Schaufel.

Im Prozess hatten sich Patrick G. und Corina Ö. gegenseitig der Tat bezichtigt: Ö. hatte ausgesagt, dass Christina F. schon tot gewesen sei, als sie auf dem Hof eintraf; Patrick G. hatte ausgesagt, Corina Ö. habe Christina F. getötet, während er in einem anderen Teil des Hofes gewesen sei. Zeugen für die Tat gab es nicht, auch Spurensicherung und Rechtsmedizin konnten nicht feststellen, wer von beiden auf Christina F. eingeschlagen hatte.

Das Aachener Landgericht hatte am 22. Dezember 2014 Patrick G. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, Corina Ö. zu 13 Jahren Haft, das Urteil umfasste 121 Seiten. Ö.s Strafe fiel geringer aus, weil sie bereits kurz nach der Tat ein Geständnis abgelegt hatte, ohne das ein Täter möglicherweise nie ermittelt worden wäre, wie der damalige Leiter der Mordkommission vor Gericht aussagte.

Mit Beschluss des Bundesgerichtshofes, die von beiden Verurteilten eingelegte Revision zu verwerfen, schwindet die letzte Hoffnung für die Angehörigen von Christina F. zu erfahren, was sich am Ostermontag 2014 auf dem Hof in Linnich wirklich zugetragen hat.

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