Schutz vor Hautkrebs: „Die Sonne meiden“

Von: kf
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Albert Rübben ist Professor an der Hautklinik der RWTH Aachen und Leiter des dortigen Hauttumorzentrums.

Aachen. Albert Rübben (51) ist Professor an der Hautklinik der RWTH Aachen und Leiter des dortigen Hauttumorzentrums. Im Gespräch erklärt er, warum Hautkrebs so tückisch ist – und eine regelmäßige Vorsorge so wichtig

WirHier: Welche Arten von Hautkrebs gibt es?

Rübben: Es gibt eine Vielzahl verschiedener Krebserkrankungen, die an der Haut entstehen oder sichtbar werden. Am meisten gefürchtet ist der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom. Das Melanom betrifft alle Altersstufen und ist für die meisten Todesfälle unter allen Hautkrebsarten verantwortlich. Sehr viel häufiger ist der weiße Hautkrebs.

WirHier: Wie viele junge Menschen sind jährlich in Deutschland von Hautkrebs betroffen?

Rübben: Am malignen Melanom erkranken in der Altersgruppe der zehn bis 24-jährigen Frauen ungefähr zehn von 100.000 Einwohnern. In der Altersgruppe der 25- bis 30-Jährigen sind es jährlich schon ungefähr 15 Frauen pro 100.000 Einwohner. Mit dem Alter steigt das Risiko zu erkranken, allerdings tritt das Melanom verglichen mit anderen Krebserkrankungen auffällig häufig schon bei jungen Menschen auf. In der Städteregion gibt es circa 90 Neuerkrankungen pro Jahr, davon sind rund 10 bis 15 Menschen jünger als 40. Frauen erkranken in der Regel früher als Männer. Das liegt möglicherweise daran, dass Frauen früher zum Arzt gehen.

WirHier: Wie kann man sich schützen?

Rübben: Eine übermäßige, unnötige Sonneneinstrahlung sollte man vermeiden. Dazu zählt zum Beispiel auch der Gang auf die Sonnenbank. Wenn man in die Sonne geht, sollte man sich eincremen oder seine Haut durch entsprechende Kleidung vor der UV-Strahlung schützen. In der Mittagszeit sollte man sich generell nicht in der Sonne aufhalten. Wichtig ist auch, dass man sich seine Haut regelmäßig anschaut und Veränderungen erkennt. Die regelmäßige Vorsorge ist ebenso wichtig. Wird ein Hautkrebs frühzeitig erkannt, hat er sehr gute Heilungschancen.

WirHier: Gibt es Risikogruppen?

Rübben: Ja, die gibt es. Menschen mit heller Haut und Menschen, die viele oder große Muttermale aufweisen, haben ein höheres Risiko zu erkranken. Außerdem ist das Risiko höher, wenn man in der Kindheit viele Sonnenbrände hatte.

WirHier: Wie sehen die Heilungschancen bei der Diagnose Hautkrebs aus?

Rübben: Die Heilungschancen beim malignen Melanom sind generell sehr gut, da, verglichen mit anderen Krebserkrankungen, das Melanom in den meisten Fällen in einem so frühen Stadium erkannt und entfernt wird, dass es noch nicht gestreut hat, das heißt, es haben sich noch keine Metastasen bilden können. Die meisten Patienten werden nur operiert, das Melanom wird herausgeschnitten. Ab einer bestimmten Eindringtiefe des malignen Melanoms muss auch ein Lymphknoten entfernt werden. Danach erfolgt eine regelmäßige Nachsorge. Sind Tumore schon weiter fortgeschritten oder haben sich Lymphknotenmetastasen gebildet, gibt es noch die Möglichkeit einer Immuntherapie mit Interferon.

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