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Schumacher-Kartbahn fällt Tagebau Hambach zum Opfer

Von: Jörg Abels
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Wo die Schumachers, Heinz-Harald Frentzen und Sebastian Vettel fahren lernten: Die Kartbahn in Kerpen-Manheim wird etwa 2021 vom Tagebau Hambach weggebaggert. Bis dahin muss ein neuer Standort für die Kartbahn gefunden sein. Foto: imago/Eduard Bopp

Niederzier/Kerpen. Nicht nur ganze Dörfer und Teile der Autobahn 4 müssen dem Braunkohletagebau Hambach weichen. Voraussichtlich im Jahr 2021 erreichen die Schaufelradbagger auch die legendäre Kartbahn in Kerpen-Manheim, auf der Formel-Eins-Größen wie Michael und Ralf Schumacher, Sebastian Vettel und Heinz-Harald Frentzen in jungen Jahren ihre Runden gedreht haben.

RWE muss den „Erftlandring“ – nicht zu verwechseln mit Michael Schumachers Kartcenter am Autobahnkreuz Kerpen – umsiedeln.

Rund um den Tagebau Hambach hat der Energiekonzern lange Zeit nach einem geeigneten Areal gesucht, im Stadtgebiet Kerpens vergeblich. Nördlich der Sophienhöhe im Bereich der Gemeinde Niederzier ist er vor dem Hintergrund des von einer Kartbahn ausgehenden Lärmpegels fündig geworden, nämlich unmittelbar an der Grenze zu den Gemeinden Titz und Elsdorf.

„Grundsätzlich ist das Areal geeignet“, sagt Marcel Martin von der RWE-Liegenschaftsabteilung. Die Belastung der angrenzenden Orte Rödingen und Oberembt sollte sich nach einem ersten Vorabgutachten in Grenzen halten. Allerdings verschweigt Martin nicht, dass Schallschutzmaßnahmen erforderlich sein werden.

Das Problem: Einen Plan B hat RWE nicht. „Der Standort Sophienhöhe ist alternativlos“, erklärt Martin. Und deshalb will der Konzern schon vor Beginn des offiziellen Planungsverfahrens im Frühsommer vor allem die Gemeinden Titz und Elsdorf in die Erstellung von Schallschutz- und Verkehrsgutachten einbinden, um die Folgen einer etwaigen Ansiedlung möglichst zu minimieren.

Und obwohl die alleinige Planungshoheit bei der Gemeinde Niederzier liegt, ist auch deren Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) sehr an einem Konsens mit Titz und Elsdorf gelegen. Im „Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Tagebaunachfolgelandschaft“ sieht Heuser in der Kartbahn „einen Mosaikstein der Gestaltung“.

Mehr noch: Mit der Familie Schumacher im Boot, die neben dem Kartclub Kerpen Miteigentümer der Bahn ist, erhoffen sich alle Beteiligten positive Impulse bei der bislang vergeblichen Investorensuche für die von Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn und seinem früheren Rhein-Erft-Kollegen Werner Stump schon Mitte 2012 vorgestellte Idee einer „Bergwelt Sophienhöhe“.

Für die Kartbahn hat RWE Power ein rund 18 Hektar großes Areal ins Auge gefasst, das unmittelbar an die bereits bestehende Motocross-Strecke des MSC Arnoldsweiler angrenzen soll. Ohne bereits Details nennen zu wollen, ist von einer Rennstrecke die Rede, die internationalen Ansprüchen gerecht werden soll, mit Werkstattbereichen, Fahrerlager, Gastronomie, Sozialräumen und Parkplätzen. Auch eine Nutzung als Trainingsstätte für Fahrsicherheitstrainings ist im Gespräch.

Die erste Vorstellung der Pläne im Rat der Gemeinde Niederzier stieß auf ungeteilte Zustimmung. In den kommenden Wochen will RWE in Titz und Elsdorf vorstellig werden und für den Abschluss einer sogenannten Konsensvereinbarung werben. Ob die Kartbahn dann tatsächlich an der nördlichen Sophienhöhe gebaut werden kann, ist davon unberührt. „Das muss das eigentliche Bauplanverfahren zeigen“, sagt Marcel Martin.

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