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Schulz gibt AKV einen Korb

Von: Robert Esser
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Steigt nicht in die Bütt des
Steigt nicht in die Bütt des AKV: Martin Schulz. Foto: dapd

Aachen. Bei der Suche nach einem neuen Ordensritter wider den tierischen Ernst hat der Aachener Karnevalsverein (AKV) jetzt zum zweiten Mal einen Korb von SPD-Spitzenpolitiker Martin Schulz kassiert.

Der Präsident des Europäischen Parlaments bestätigte am Dienstag, dass ihm der Ritterorden von AKV-Präsident Werner Pfeil mehrfach angeboten worden sei. „Ich finde das schmeichelhaft, muss aber mit Blick auf die schwierige Lage in Europa - niemand weiß, ob sich die Krise in den kommenden Monaten noch verschärft - ablehnen”, sagte Schulz. Es sei undenkbar, dass ein EU-Parlamentspräsident im Januar 2013 bei der AKV-Fernsehsitzung vor Millionen Zuschauern „in die Bütt steigt, während es in Griechenland brennt”, begründete er seine Absage. Der Elferrat des AKV fahndet nun weiter nach einem prominenten Preisträger für die kommende Session. Zuletzt bewies man dabei allerdings ein wenig glückliches Händchen.

Eine doppelte Absage anderer Art hatte der AKV nämlich 2011 und 2012 von Karl-Theodor zu Guttenberg verkraften müssen. Der tief gefallene, ex-promovierte Ex-Verteidigungsminister nahm die hohe Ritterwürde zwar offiziell an, erschien aber wegen seiner Plagiatsaffäre persönlich weder zur Verleihung noch im Folgejahr zur Laudatio für Ritter Ottfried Fischer bei den Festsitzungen in Aachen. Für den abwesenden „KT” stieg Bruder Philipp zu Guttenberg in den Narrenkäfig. Für solche Fälle hätte Schulz, der seine Karriere in Würselen begann, sogar zwei Alternativen zur Hand gehabt - wobei sein Bruder Walter, Mitglied des Kölner Stadtrats, sogar einen Doktortitel mit nach Aachen hätte bringen können.

Vielleicht Alice Schwarzer?

Hätte, würde, wäre: Einen AKV-Ordensritter Martin Schulz wird es erstmal nicht geben. Dem Vernehmen nach zog der traditionsreiche Männerverein bereits Frauenrechtlerin Alice Schwarzer als nächste Kandidatin in Betracht. Die letzte Frau im Ritterkäfig war 2008 Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Ansonsten gilt der Ritterkonvent vornehmlich als heitere Herrenrunde.

Für Heiterkeit und Brauchtum kann sich EU-Parlamentspräsident Schulz übrigens sehr wohl erwärmen - vor allem in seiner Heimat Würselen. Mit 31 Jahren avancierte der gelernte Buchhändler 1987 dort zum jüngsten Bürgermeister Nordrhein-Westfalens, bevor er ins Europaparlament einzog. Von Brüssel gehts in Sachen Karneval - und das wird den AKV doppelt schmerzen - schon bald sogar in amtlicher Mission zurück nach Würselen.

Dort soll Schulz am 1. Dezember zum 32. Träger des „Närrischen Grenzlandschildes” von der KG „Au Ülle” gekürt werden. Nicht im Eurogress vor Millionen TV-Zuschauern, sondern in der Aula des Gymnasiums nehme er diesen „bundesweit anerkannten Sonderorden” entgegen, hieß es.
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