Aachen - „Schultrojaner” wird gestoppt

„Schultrojaner” wird gestoppt

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Widerstand gegen den „Schultrojaner” zeigt Wirkung. Nach der heftigen Kritik der Lehrerverbände an einer Plagiatssoftware für Schulcomputer suchen Kultusministerkonferenz (KMK), Schulbuchverlage und Verwertungsgesellschaften nun nochmals das Gespräch auch mit den Lehrerverbänden und diskutieren alternative Möglichkeiten, Urheberrechte an den Schulen zu schützen.

Das ergab ein jüngstes Treffen als Reaktion auf die Vorbehalte, die zuletzt geäußert wurden.

Obwohl ein entsprechender Vertrag zwischen der Kultusministerkonferenz und den Verlagen vergangenen im Dezember trotz der Einwände der betroffenen Lehrer unterzeichnet und damit eine Software gebilligt wurde, die stichprobenartig Schulcomputer auf Urheberrechtsverletzungen bei Ausdrucken und Kopien kontrollieren kann, ist nun wieder vollkommen offen, wann es eine solche Software gibt und ob sie jemals installiert wird.

Eigentlich sollte diese bereits im anstehenden zweiten Halbjahr starten. Vor 2013 ist nach Informationen unserer Zeitung mit einem Einsatz aber nicht mehr zu rechnen. Wenn sie überhaupt noch kommt. Denn der grundsätzliche Widerstand bleibt. „Wir werden erst zufrieden sein, wenn der Einsatz von Schnüffelsoftware für immer vom Tisch ist”, erklärt Jörg Mülhausen, Vorsitzender des Philologen-Verbandes für Aachen und die Region.

„Wir müssen nun den Verlauf der Gespräche abwarten”, sagt Nina Heil für das NRW-Schulministerium. Das Heft des Handelns hat bei den anstehenden Gesprächen aber das Land Bayern in der Hand. „Man scheint die Brisanz des Vertrages erkannt zu haben”, glaubt Philologensprecher Mülhausen - und bringt einen ganz anderen Lösungsvorschlag auf den Tisch: „Wir fordern eine ausreichende finanzielle Unterstützung der Schulen, damit diese auch Lizenzen für Unterrichtssoftware erwerben können.” Dann müsse erst gar keine Urheberrechtsverletzung befürchtet werden, und die Plagiatssoftware sei allemal hinfällig.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert