„Schull- un Veedelszöch”: Hunderttausende Jecken in Köln unterwegs

Von: dpa
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Je bunter und fantasievoller, desto besser: In farbenfrohen und witzigen Kostümen nahmen die Schüler an den Schull- un Veedelszöch teil. Foto: Oliver Berg/dpa
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Je bunter und fantasievoller, desto besser: In farbenfrohen und witzigen Kostümen nahmen die Schüler an den Schull- un Veedelszöch teil. Foto: Oliver Berg/dpa
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Je bunter und fantasievoller, desto besser: In farbenfrohen und witzigen Kostümen nahmen die Schüler an den Schull- un Veedelszöch teil. Foto: Oliver Berg/dpa

Köln. Im Rheinland steuert der Straßenkarneval auf seinen Höhepunkt zu: Mit Hunderttausenden Besuchern sind am Sonntag die traditionellen „Schull- un Veedelszöch” durch Köln gezogen. Pünktlich und einen Tag vor Rosenmontag machten sich um 11.11 Uhr rund 8000 Jecken mit prall gefüllten Kamelle-Taschen und Strüssjer (Sträußen) auf den Weg.

Nach Angaben der Veranstalter nahmen in diesem Jahr 52 Kölner Schulen und 55 Vereine an den Schul- und Viertelszügen - wie sie im Hochdeutschen heißen - teil. Die Besucherzahl wurde auf 350.000 geschätzt.

Eine Gruppe beschäftigte sich etwa mit der Debatte um das Abitur nach acht oder neun Jahren Gymnasium (G8/G9). Als „Bildungskrake” mit acht Armen verkleidet schritten Schüler, Lehrer und Eltern durch die Domstadt. „Die Atmosphäre bei diesem Zug ist super, man sieht so viele lachende Kinder”, sagte eine Lehrerin.

Der Zug hatte intensive Vorbereitung erfordert. So waren seit der Nacht auch 43 Ordnungshüter der Stadt Köln im Einsatz, um Fahrzeuge entlang des Zugweges notfalls abschleppen zu lassen. Rund 1300 Polizisten sorgten für die Sicherheit der Karnevalisten. Wegen eines herrenlosen Koffers auf der Domplatte wurde der Zug am Nachmittag als Vorsichtsmaßnahme umgeleitet und der Bereich an der Kathedrale abgesperrt. Der Koffer stellte sich allerdings als vollkommen harmlos heraus.

Die Geschichte der „Schull- un Veedelszöch” reicht bis ins Mittelalter zurück. Zugleiter Wilhelm Stoffel erklärte das Konzept so: „Das Kamelle-Budget der Gruppen ist sehr klein. Im Vordergrund stehen die Kreativität der Teilnehmer und die lustigen Kostüme”.

Köln war am Sonntag zugleich nicht einziger Anziehungspunkt für Karnevalisten in NRW. Auch auf der Königsallee in Düsseldorf waren die Jecken unterwegs. Das sogenannte Kö-Treiben gilt als eine Art Schaulaufen an Karnevalssonntag - und als Gegenveranstaltung zum Karnevals-Rummel in der Altstadt.

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