Aachen - Schüsse im Kaufhaus: Der mutmaßliche Schütze stellt sich

Schüsse im Kaufhaus: Der mutmaßliche Schütze stellt sich

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
Polizei türke Fahndung Schießerei
Mit einem Großaufgebot sucht die Polizei seit Donnerstagabend nach einem 40 Jahre alten Türken, der in der Aachener Innenstadt um sich geschossen hat. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Fahndungsdruck war offenbar zu groß: Am Freitagnachmittag ist der mutmaßliche Schütze aus der Komphausbadstraße in Begleitung seines Rechtsanwaltes im Polizeipräsidium in der Soers erschienen und hat sich den Ermittlern gestellt.

Er soll am Donnerstagabend vier Schüsse aus einer scharfen Waffe in einem Kaufhaus in Aachener Innenstadt abgegeben haben, das zu diesem Zeitpunkt im Vorweihnachtstrubel gut besucht war.

In die Decke und in eine Handtasche geschossen

Wie durch ein Wunder waren durch die Schüsse, die unter anderem in einer Handtasche und einer Decke landeten, niemand verletzt worden. Auch die Zielperson, ein 36-Jähriger, blieb unverletzt.

Entstanden war der Streit gegen 18.30 in einem Restaurant an der Komphausbadstraße. Er hatte sich zunächst auf die Straße und schließlich in das Kaufhaus verlagert. Noch an Ort und Stelle erhielten die Ordnungshüter Hinweise auf den Schützen, einen 40-jährigen Mann aus Aachen. Zunächst bestand der Verdacht, dass er sich in einer Wohnung in einem Hochhaus am Hansemannplatz aufhalten könnte, doch deren Durchsuchung verlief negativ.

Spezialkräfte werfen Blendgranate und erstürmen Wohnung

Im Laufe des Abends zog die Polizei immer mehr Kräfte aus der Umgebung zusammen, auch Spezialeinsatzkommandos eilten herbei, geübt in der Erstürmung von Wohnungen. Diese Kenntnisse waren später auch von Nutzen: Gegen 0.20 Uhr stürmten die Beamten die Wohnung des Mannes am Europaplatz, dabei wurden auch Blendgranaten eingesetzt. Doch wiederum war der Einsatz vergeblich, der Gesuchte war nicht dort.

Im Laufe des Tages beantragte die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen versuchten Totschlags gegen den 40-Jährigen, der auch vom Amtsgericht erlassen wurde. Dieses Gewaltdelikt kann nach den Worten von Oberstaatsanwalt Robert Deller mit bis zu 15 Jahren Freiheitsentzug bestraft werden. Schon in der Nacht zum Freitag hatte sich der 36-jährige Kontrahent bei der Polizei gestellt. Er machte aber keine weiterführenden Angaben zur Ursache des Streits. Sprecher Adolf Freh: „Zum Motiv kann man derzeit noch nichts sagen.”

Die Männer sind der Polizei einschlägig bekannt

Anfangs war noch von einer Auseinandersetzung über Spielschulden die Rede. Untersucht werden nun auch die Patronenhülsen, die Aufschluss darüber geben können, ob die Waffe bei weiteren Taten verwendet worden ist.

Beide Männer sind der Polizei jedenfalls einschlägig bekannt. Weitere Einzelheiten könne man derzeit nicht mitteilen. Die Ermittlungen gingen auch am Wochenende weiter, so dass wahrscheinlich Anfang der Woche eine längere Erklärung abgegeben werden könne, stellte Polizeikommissar Freh in Aussicht.
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