Schüler verlassen den Bus, Senioren steigen noch nicht ein

Von: Claudia Schweda
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Aachen. Im demografischen Wandel versteckt sich für die Bus- und Bahnanbieter eine echte Herausforderung: Knapp ein Drittel der Einnahmen im Aachener Verkehrsverbund (AVV) werden durch die Schülertickets gedeckt.

Doch das ist die einzige Fahrgruppe, die schrumpft. Minimal. Um 0,07 Prozent ist die Zahl der Schülerfahrten gesunken. Man könnte noch von Stagnation sprechen. 30.000 Tickets wurden 2010 ausgegeben. Aber Fakt bleibt: Erstmals in der AVV-Statistik kehrt sich ein Trend um, der sich in den kommenden Jahren in die Abwärtsrichtung fortsetzen wird.

Dem gegenüber steht die wachsende Gruppe der Senioren, die ihr gesamtes Leben über hochgradig motorisiert waren. Bus- und Bahn gehörten selten zu ihrem Mobilitätskonzept. Die Zahlen des Aktiv-Abos für Menschen über 60 sprechen für sich: Sie sind von 2009 auf 2010 zwar um 2,2 Prozent gestiegen. Aber absolut bewegt die Zahl der Nutzer sich bei rund 4000.

Zur Erinnerung: dem stehen 30.000 Schülertickets gegenüber. „Wir müssen die Senioren als Kundengruppe intensiver ansprechen”, sagt AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich durchaus selbstkritisch. „Wir stellen fest, dass viele Senioren nicht genügend über unsere Angebote informiert sind.”

Insgesamt fahren immer mehr Menschen in unserer Region mit Bus und Bahn: Das Jahr 2010 knüpft in der AVV-Bilanz nach einer kleinen konjunkturbedingten Delle 2009 an die stetig wachsende Fahrgastentwicklung vergangener Jahre an. Rund 106 Millionen Fahrten wurden im AVV-Gebiet 2010 unternommen. Ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Vergleich zum Jahr 2000 ein Plus von 11 Prozent.

87 Prozent aller Fahrten werden nach AVV-Angaben von Dauerkartenkunden gemacht. „Das ist unsere wichtigste Kundengruppe”, sagt Sistenich. Und sie steigt, denn die Bedeutung des privaten Pkw als Statussymbol sinke. Die jüngere Generation befriedige ihren Mobilitätswunsch sehr variabel - mit Fahrrad, Bus, Bahn und auch einmal einem geliehenen Auto. Als strategisches Ziel gibt Sistenich deswegen einen Mobilitätsverbund an, der Nahverkehr bis zur Haustür denkt. Gemeint ist, individuelle und öffentliche Mobilität an der Haltestelle über Carsharing mit einem Elektroauto oder einem Pedelec zu verzahnen.
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