Schüler und Studenten protestieren in Aachen

Von: Georg Dünnwald
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Schüler und Studenten sind in Aachen für bessere Bildungspolitik auf die Straße gegangen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Immerhin: Mehr als 800 Schüler und Studenten haben sich am Bildungsstreik und der damit verbundenen Demonstration in der Aachener Innenstadt beteiligt.

Die jüngsten Demonstranten werden wohl so um die zwölf Jahre alt gewesen sein: Gute zweieinhalb Stunden zogen sie protestierend durch die Innenstadt. Sie hatten den Bildungsstreik ausgerufen und wandten sich auf teilweise originelle Weise, aber auch durch Trillerpfeifen und Trommelwirbel verursachten ohrenbetäubenden Lärm gegen Studierengebühren und Kopfnoten, für „Geld für Bildung statt für Bomben und Banken”, wie die jungen Leute ein Transparent beschriftet hatten.

„Stoppt Pinky” (für Innovationsminister Andreas Pinkwart) war ebenso auf Plakaten zu lesen wie „Unsere Bildung, Eure Rente”. Der Demonstrationszug machte den Teilnehmern sichtlich Spaß, sportliche Einlagen inbegriffen. Einem Sit-in folgte das Hopsen für die Bildung, nach dem Hopsen war Rennen für die Bildung angesagt. Sogar Kniebeugen wurden exerziert: „Runter mit der Rüstung, rauf mit der Bildung.” Der Leitspruch war: „Bildung für jeden, und zwar umsonst.”

Der 15-jährige Schüler Sebastian lief mit „weil ich für kleinere Klassen eintrete, für die Abschaffung von Kopfnoten und die Einführung der Einheitsschule”. Vor dem Hauptgebäude der RWTH auf dem Templergraben stoppte der Demonstrationszug. RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg suchte das Gespräch mit den jungen Leuten: „Es ist viel besser in Bildung zu investieren als in Banken, die Geld verzocken”, begeisterter Applaus mit Trillergepfeife brauste auf.

Die Studiengebühren in NRW waren eingeführt worden, nachdem die schwarz-gelbe Landesregierung 2006 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hatte. An den meisten Hochschulen im Land müssen die Studenten heute 500 Euro pro Semester zahlen. SPD, Grüne und Linke wollen die Gebühren abschaffen.
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