Aachen - Schüler im Einsatz: „Stark statt breit“

Schüler im Einsatz: „Stark statt breit“

Von: Laura Laermann
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Jugendliche werden zu „Peers“ ausgebildet, die andere Schüler aufklären. Foto: L. Laermann

Aachen . Hasch, Marihuana, Gras – wie man es auch nennt: Cannabis bleibt ein Thema auf vielen Schulhöfen. Das NRW-Programm „Stark statt breit“ klärt landesweit in Schulen auf.

In diesem Jahr lassen sich sechs Schüler des Berufskollegs Mies-van-der-Rohe-Schule von der Suchthilfe Aachen zu sogenannten Peers ausbilden. Diese bereiten nicht nur den Aktionstag am 30. Januar vor, sondern bieten anderen Schülern auch Beratung in Einzelgesprächen an. „Ich finde es wichtig, schon früh über Cannabis aufgeklärt zu werden, weil es im jungen Alter viel wahrscheinlicher ist, Schäden davon zu tragen“, erklärt der 16-jährige Kilian Koch, der als Peer im Einsatz ist.

Bereits zwölf Schüler haben sich in den Vorjahren zu Peers ausbilden lassen. „Unsere Erfahrung zeigt, dass es Schülern leichter fällt, mit Gleichaltrigen über Drogen wie Cannabis zu sprechen“, erklärt die Schulsozialarbeiterin Gabriele Wirtz-Abels. Die Peers werden über Themen, wie die Wirkung von Cannabis, Langzeitfolgen oder die Motivation zum Kiffen informiert.

Die Beweggründe junger Leute sehen dabei ganz unterschiedlich aus. Familiäre Probleme, wenig Selbstvertrauen oder schulischer Stress wegen Mobbings oder Leistungsdrucks sind mögliche Ursachen, sagt Wirtz-Abels. Die Schüler sehen andere Gründe: „Viele kiffen, weil es cool ist“, sagt Mustafa Kapetanicic. Er befürwortet zwar das Gesetz, das Cannabis als Medizin erlaubt, kritisiert aber die Verbreitung in den sozialen Medien. „Dadurch wird das Thema verherrlicht und verharmlost.“

Dass die Droge ganz und gar nicht harmlos ist, zeigt eine lange Liste möglicher Auswirkungen: Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit und Gedächtnisprobleme sind typische Folgen. Bei regelmäßigem Konsum können Langzeitschäden, wie chronische Bronchitis oder erhöhtes Krebsrisiko, entstehen.

Legalisierung – Ja oder Nein?

Das Thema „Legalisierung“ rückt immer wieder in den Fokus der Schüler-Diskussion. „Cannabis ist für viele so verführerisch, weil es illegal ist“, vermutet die 19-jährige Laura Weyermanns. „Würde man das ändern, würden auch weniger zu der Droge greifen.“ Auch die zum Teil giftigen und krebserregenden Streckmittel in Marihuana und Haschisch sprechen für den legalisierten Markt, in dem Cannabis überprüft wird, sagt Yvonne Michel. Die Expertin der Suchthilfe erklärt, was dennoch dagegen spricht: „Wird eine Droge legalisiert, sind Barrieren geringer. Das kann den Effekt haben, dass mehr Menschen Cannabis konsumieren.“

Mehr Infos unter www.stark-statt-breit.de

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