Schüler absichtlich unter fahrenden Zug gestoßen?

Von: red/pol
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Die Polizei hat die Deutsche Bahn aufgefordert, die Situation am Bahnhof Bad Münstereifel zu entschärfen. Symbolbild: dpa

Bad Münstereifel/Euskirchen. Ein zehnjähriger Junge ist am Montag am Bahnhof Bad Münstereifel in höchste Lebensgefahr geraten: Er stürzte in die Lücke zwischen Bahnsteigkante und einem fahrenden Zug. Dank schnell reagierender Mitschüler erlitt der junge Euskirchener nur leichte Verletzungen. Nach einer Zeugenaussage war der Junge gestoßen worden.

Wie die Bundespolizei am Mittwoch meldete, herrschte am Bahnsteig zum Zeitpunkt des Vorfalls, kurz vor 14 Uhr, großes Gedränge. Rund 200 Schüler warteten auf die Regionalbahn 23 von Bonn in Richtung Euskirchen. Bei der Einfahrt des Zuges drängten die Schüler in Richtung des Gleises. Dabei fiel der Zehnjährige in die Lücke zwischen dem langsam herankommenden Zug und dem Bahnsteig. Er wurde von Achsgestell des Triebwagens erfasst.

Geistesgegenwärtige Mitschüler zogen den Schüler sofort wieder auf den Bahnsteig. Er hatte Prellungen an Hüfte und Brustkorb erlitten, konnte kaum atmen und stand unter Schock. Die Mutter einer Mitschülerin des Jungen brachte den Verletzten zunächst zur Polizeiwache, wo ihn ein Notarzt versorgte. Anschließend wurde er ins Kreiskrankenhaus nach Mechernich gebracht.

Ob er absichtlich geschubst wurde oder der große Andrang am Bahnsteig Schuld an dem Sturz war, ist noch nicht geklärt. Eine Zeugin gab an, der Zehnjährige sei von einem etwa 13 bis 14 Jahre alten Jungen gestoßen worden. Dieser sei „ziemlich groß“ und mit einer grauen Hose und einer blaue Jacke bekleidet gewesen. Er trug eine schwarze Schultasche, möglicherweise der Marke Dakine. Ein anderer Zeuge widersprach dieser Darstellung jedoch: Das Gedränge sei die Ursache für den Sturz gewesen.

Die Bundespolizei ermittelt nun wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und Körperverletzung. Aktuell werden Zeugenaussagen und Videoaufnahmen ausgewertet. Zeugen werden gebeten, sich bei der kostenlosen Hotline-Nummer 0800/6888000 zu melden.

Die chaotischen Zustände am Bahhof Bad Münstereifel nach Schulschluss sind offenbar schon länger bekannt. Der Präventionsbeauftragte der Bundespolizei hat die Deutsche Bahn aufgefordert, Züge mit mehr Kapazität bereitzustellen, um weitere Unfälle zu vermeiden.

Die Polizei gab am Mittwoch unter Berufung auf die Eltern des verletzten Jungen an, dem Zehnjährigen ginge es inzwischen besser.

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