Schrittmacher für die moderne Medizin von morgen

Von: Angela Delonge
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Große Gala: Im Krönungssaal des Aachener Rathauses wurde die Stiftung zusammen mit 240 geladenen Gästen aus der Taufe gehoben. Foto: Stiftung

Aachen. An der Uniklinik der RWTH Aachen ist ein neues Baby geboren worden: die Stiftung Universitätsmedizin Aachen. Anlässlich der Taufe Ende November kamen 240 Gäste zu einer Spendengala in den Krönungssaal des Aachener Rathauses zusammen.

Sie brachten erfreuliche Geschenke mit – insgesamt spendeten sie 20.000 Euro. Ein warmer Segen für die Stiftung, deren Motto „Mehr Medizin wagen“ lautet.

Damit haben sich die Gründer ein ebenso anspruchsvolles wie hehres Ziel gesetzt. Denn ausschließlich mit Spendengeldern will die Stiftung die Universitätsmedizin und ihre Leistungen und Projekte an der Uniklinik Aachen fördern und sichtbar machen.

Die Gründer haben dabei drei Kernthemen der Universitätsmedizin im Visier: die Forschung, die Lehre und die Krankenversorgung. Nicht, dass es dafür keine öffentlichen Gelder gäbe. Natürlich ist das Land in der Verpflichtung für die Aachener Uniklinik, die Krankenkassen zahlen für die Patientenversorgung, und Drittmittel – immerhin 37 Millionen Euro pro Jahr – ermöglichen medizinische Forschung am Standort Aachen.

Doch letztlich reicht das Geld hinten und vorne nicht, vor allem dann, wenn wichtige universitäre Projekte schnell unterstützt und umgesetzt werden sollen. Die Spendengelder der Stiftung können zielgerichtet eingesetzt werden.

Konkurrenz im eigenen Haus soll die Stiftung nicht produzieren – weder bei den vielen Projekten von Selbsthilfeorganisationen oder Fördervereinen in der Region noch bei den großzügig bemessenen Spenden, die die Uniklinik Jahr für Jahr von Privatpersonen bekommt. Im Gegenteil: Die Stiftung will aktiv Spenden einwerben und sie dann für einzelne Projekte ausgeben. Und Thomas Ittel sagt: „Wir hoffen, dass unsere Stiftung auch im Haus neues Identifikationspotenzial über das Bestehende hinaus bietet.“

„Wir haben uns gefragt: Ist die Gründung einer solchen Stiftung sinnvoll, haben wir übergeordnete Ziele?“, sagt Professor Thomas Ittel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Die Antwort lautete und lautet eindeutig: ja.

Zum Beispiel deshalb, weil die Universität „Verantwortung für zukünftige Medizinergenerationen trägt“. Immerhin ist Aachen seit mehr als zehn Jahren deutschlandweit Vorreiter in der ganzheitlichen Medizinerausbildung. Seit 2003 werden die Studenten hier in einem Modellstudiengang ausgebildet, der ihnen nicht nur medizinische sondern auch ethische und kommunikative Kompetenzen vermittelt. Die praktischen Fähigkeiten werden in sogenannten „Skill Labs“ geübt – an Puppen und Simulatoren.

Mit Spendengeldern möchte die Stiftung weitere Möglichkeiten eröffnen. Gedacht ist an eine „Summer School“, wo sich Studenten mit Schauspielern im Patientengespräch üben können, auch die Anschaffung eines Ultraschallsimulators ist vorgesehen. „Wir sind die Schrittmacher für die Medizin von morgen“, sagt Ittel, „so lautet die Botschaft unserer Stiftung.“ Auch international wolle man das sein – ein Schrittmacher für eine „moderne, ganzheitliche Medizin“.

Ehrgeizige Ziele hat die Uniklinik auch beim Thema Krankenversorgung. So will man zum Beispiel am universitären Zentrum für seltene Erkrankungen (ZSEA) mit Spendengeldern Fortbildungsmöglichkeiten für niedergelassene Ärzte anbieten, damit betroffene Patienten nicht mehr jahrelang von Arzt zu Arzt pilgern müssen. Und im Krebszentrum könnte Spendengeld für die Weiterentwicklung der direkt auf den Krebs einwirkenden molekularen Tumortherapie eingesetzt werden.

Nicht zuletzt soll die Forschung von der neuen Stiftung profitieren. Forschung sei der Motor der Universitätsmedizin und sorge dafür, dass Wissen zu Erkenntnis und schließlich zu Lösungen führe. Solche Prozesse wolle man mit Spendenmitteln beschleunigen, so Ittel. Das bedeutet, die Universitätsmedizin mit ihrem „Aachener Gesicht“ zu fördern, denn hier werde so interdisziplinär geforscht wie nur an sehr wenigen Universitätsstandorten in Deutschland.

Dazu gehöre unter anderem die digitalen Möglichkeiten in der Altersmedizin voranzubringen. Bestes Beispiel: der „Aachener Durstsensor“, einen Erfindung des Helmholtz Instituts der auf der Experimentalstation für Gerontologie am Aachener Franziskushospital getestet wird. Der misst nicht nur den Flüssigkeitshaushalt alter Menschen sondern sendet auch ein Signal, wenn Nachschub erforderlich ist. Da sieht Ittel ungeahnte Möglichkeiten mit Hilfe von Apps und anderen digitalen Anwendungen.

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