Schon 26 Hinweise auf „Bankraub extrem“ in Aachen

Von: Claudia Schweda
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Bankraub
Der Überfall auf die Pax-Bank am Löhergraben hatte im November für Schlagzeilen gesorgt. Foto: Ralf Roeger
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Von der Frau und einem Mittäter wurden am Donnerstag erstmals Bilder einer Überwachungskamera zur Veröffentlichung freigegeben. Foto: Polizei
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Von der Frau und einem Mittäter wurden am Donnerstag erstmals Bilder einer Überwachungskamera zur Veröffentlichung freigegeben. Foto: Polizei

Aachen. 26 Hinweise zu drei Banküberfällen in Aachen sind am Mittwochabend nach der Ausstrahlung der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ im ZDF-Studio eingegangen. Die Hinweise haben sich demnach vor allem auf die zahlreichen von den Bankräubern zurückgelassenen Gegenstände bezogen.

Die Aachener Staatsanwaltschaft wollte am Donnerstag auf Anfrage aus ermittlungstaktischen Gründen keine näheren Angaben zu den Hinweisen machen.

Als „Bankraub extrem“ wurde der Aachener Fall in der Fernsehsendung betitelt. Selbst für alte „XY“-Hasen, die schon viele Banküberfälle gesehen hätten, sei die Dimension dieser Überfallserie neu, betonte ZDF-Moderator Rudi Cerne. Als außergewöhnlich wurden vom Aachener Kriminalhauptkommissar Hans Kessel, der die Serie im Studio vorstellte, das Tatmuster und vor allem die Tatsache beschrieben, dass der Kopf der Bande eine Frau ist.

Sie sei bei allen Taten die Wortführerin gewesen und habe alle Kommandos gegeben. Bis heute hat es nach Erkenntnissen der Ermittler in Deutschland keine vergleichbaren Taten unter Beteiligung weiblicher Täter gegeben.

Von der Frau und einem Mittäter wurden am Donnerstag erstmals Bilder einer Überwachungskamera zur Veröffentlichung freigegeben. Sie zeigen, dass die Wortführerin und ihr Komplize Perücken als Maskierung getragen haben. Die übrigen Mitglieder der vier- bis sechsköpfigen Bande hatten ihr Gesicht hinter einer Maske verborgen. Die Anführerin trug zusätzlich eine Sonnenbrille – über ihrer normalen Brille.

Die Polizei schätzt das Alter der Frau auf etwa 30 Jahre, sie sei 1,65 Meter bis 1,70 Meter groß, zierlich und habe dunkle Haare. Insgesamt sei sie eine gepflegte Erscheinung und spreche Hochdeutsch ohne Akzent. Das Alter des Komplizen mit Perücke wird ebenfalls auf 30 Jahre geschätzt, seine Größe auf etwa 1,60 bis 1,70 Meter. Er habe seine Wangen vermutlich ausgestopft und spreche gebrochen Englisch.

Aus unbekannten Gründen hat die Bande bei allen Überfällen in der Umgebung der Tatorte Gegenstände zurückgelassen: Waffen, Werkzeuge, Kleidungsstücke, aus denen alle Etiketten entfernt wurden, ein Rucksack der Marke „Volcom“ und eine auffällig gemusterte Ikea-Stoffeinkaufstasche.

In Toilette umgezogen?

Da Kleidungsstücke in einer öffentlichen Toilettenkabine am Aachener Elisenbrunnen zwei Tage nach der letzten Tat gefunden wurden, vermuten die Ermittler, dass sich die Täter dort umgezogen haben. Die Schreckschusspistolen stammen vom italienischen Hersteller „Kimar“. Sie wurden vor allem nach Belgien exportiert. Ob das auf Täter aus dem belgischen Raum schließen lässt, ist Teil der Ermittlungen.

Die Bande hatte dreimal in der Aachener Innenstadt bei Banken in einem Radius von 600 Metern zugeschlagen: am 4. Juli 2012, am 8. Juli 2013 und zuletzt am 9. November 2014. Dabei folgte die Bande einem bestimmten Tatmuster, das sich vor allem beim letzten Überfall auf die Pax-Bank nach Angaben der Polizei klar erkennen lasse: Die Täter passten alle nach und nach eintreffenden 19 Bankmitarbeiter vor deren Arbeitsbeginn ab, fesselten sie und ließen sie schließlich den Tresor öffnen. Ihre Beute liege im sechsstelligen Bereich.

Die auf Hinweise ausgesetzte Belohnung beträgt insgesamt 12.000 Euro. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 0241/95770 entgegen.

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