Aachen/Köln - Schock im Bistum: So viele Austritte wie nie

Schock im Bistum: So viele Austritte wie nie

Von: red
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Bis zum letzten Platz gefüllt: Der Dom bei der Erhebungsfeier zum Beginn der Heiligtumsfahrt im Juni 2014. Foto: Henning Kaiser/dpa

Aachen/Köln. Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche ist in Deutschland auf einen Rekordstand gestiegen. Im vergangenen Jahr kehrten 217.716 Menschen der Kirche den Rücken. Damit wurde das bisherige Rekordniveau von 2010 auf dem Höhepunkt des Missbrauchsskandals (181.193 Austritte) deutlich übertroffen. Auch im Bistum Aachen ist die Zahl der Austritte massiv gestiegen.

Die Katholiken machen in Deutschland jetzt noch 29,5 Prozent der Bevölkerung aus – das sind knapp 24 Millionen Menschen.

Der aktuelle Trend bildet sich auch in den nordrhein-westfälischen Bistümern Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn ab. 2014 erklärten landesweit 57.543 Menschen ihren Austritt, 10.111 mehr als 2013 und 29.007 mehr als 2012. Für das vergangene Jahr weist die Statistik rund 7,4 Millionen Katholiken in NRW aus.

Im Bistum Aachen macht sich die Austrittswelle stark bemerkbar. Während 2013 noch 6547 Katholiken der Kirche den Rücken kehrten, waren es 2014 exakt 8105 – eine Steigerung von fast 24 Prozent. Damit leben im Bistum noch 1,07 Millionen Katholiken. Erstmals sind in der Stadt Aachen weniger als 50 Prozent der Einwohner katholisch (48,99 Prozent).

„Wir nehmen die aktuellen Zahlen der Kirchenaustritte sehr ernst, und sie lassen uns nicht unberührt“, sagte Andreas Frick, Generalvikar des Bistums Aachen.

In weiteren Reaktionen führten Kirchenvertreter die Austrittswelle unter anderem auf die Verwirrung um den Kirchensteuereinzug auf Kapitalvermögen zurück. „Viele Menschen haben hier fälschlicherweise geglaubt, es handele sich um eine Steuer“, meinte der Bischof von Münster, Felix Genn. Seit Anfang 2015 leiten Banken und Sparkassen die Kirchensteuer auf Kapitalerträge oberhalb des Sparerfreibetrags automatisch an die Finanzämter weiter.

Die genauen Austrittszahlen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) stehen noch aus, doch die Zahl der Protestanten insgesamt hat um mehr als 400.000 abgenommen. Die EKD zählt noch 22,63 Millionen Mitglieder.

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