Schluss mit den Kahlschlägen in der Region

Von: Marlon Gego
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Nach großer öffentlicher Empörung über radikale Rodungen von Bäumen und Sträuchern in ganz NRW haben Umwelt- und Verkehrsministerium neue Regeln erlassen. Rodungen soll es nun nicht mehr geben. Foto: Michael Jaspers

Aachen/Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat auf die große öffentliche Empörung reagiert und bereitet den radialen Kahlschlägen entlang der Straßen und in den Städten nun ein Ende.

Wie der Landesbetrieb Straßenbau am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte, haben NRW-Umwelt- und NRW-Verkehrsministerium in einem gemeinsamen Erlass die sogenannte Gehölzpflege an Bundes- und Landstraßen in NRW neu geregelt. In dem Erlass, der unserer Zeitung vorliegt, heißt es: „Die Pflege der Gehölzbestände soll zukünftig als selektive Pflege erfolgen“ – und nicht mehr als Kahlschlag.

Aus der ganzen Region häuften sich seit Monaten Beschwerden über ausuferndes Beschneiden von Bäumen und Sträuchern an Straßen, auf Plätzen und in Parks. Wo abends noch eine Baumgruppe gestanden hatte, waren anderentags nur noch Baumstümpfe zu sehen. Menschen, deren Wohnzimmer hinter Hecken lag, schauten von der Couch aus von einem Tag auf den anderen plötzlich auf eine Hauptverkehrsstraße.

Der Landesbetrieb Straßenbau, der für die Pflege aller Landes- und Bundesstraßen in Nordrhein-Westfalen zuständig ist, hatte die Kahlschläge immer wieder mit notwendiger Pflege zur Sicherung des Verkehrs gerechtfertigt. Doch nach Informationen unserer Zeitung haben die augenfälligen Kahlschläge weniger mit Pflege als mit den anhaltenden Holzlieferschwierigkeiten des Landes Nordrhein-Westfalen zu tun.

Harald Beckers, Sprecher der Stadt Aachen, begrüßt den Erlass und erklärte am Donnerstag, die beiden Ministerien hätten „auf die zum Teil sehr heftigen Reaktionen von Bürgern reagiert“. Auch aufgrund anhaltender Kritik von Umweltschutzverbänden aus der ganzen Region und wiederholter Berichterstattung unserer Zeitung hätten „die beiden zuständigen NRW-Ministerien nun die Konsequenzen gezogen und neue Spielregeln festgelegt, an die sich der Landesbetrieb künftig zu halten hat“, sagte Beckers.

Die Vorgaben für den Artenschutz etwa werden in dem neuen Erlass präziser formuliert, auch die Novellierung des Bundesumweltgesetztes von 2010 fließt in den Erlass mit ein.

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