Schließung von Notfallpraxen vorerst vom Tisch

Von: Tom Lammertz
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Notfallpraxis Stolberg
Über die zukünftige medizinische Notfallversorgung werde bei einem Treffen in Düsseldorf am 5. Mai in Zusammenarbeit mit Kommunen und den Krankenhäusern weiter beraten. Foto: Stephan Kreutz

Aachen. Die Schließung von Notfallpraxen in der Region ist nach Informationen unserer Zeitung offenbar vorerst vom Tisch. Einwände der Krankenhäuser und Ärztekammer haben die Kassenärztliche Vereinigung (KV) zum sogenannten Heinsberger Modell gebracht.

Ein KV-Arzt soll künftig in der Aufnahme jedes Krankenhauses in den Kreisen Aachen, Düren und Heinsberg erster Ansprechpartner der Notfallpatienten sein und darüber befinden, ob sie ein Fall für Krankenhaus- oder kassenärztliche Behandlung sind.

Außerdem will die KV im gesamten Bezirk Nordrhein zentral gesteuerte Fahrdienste ohne Anbindung an eine Notfallpraxis schaffen: Eine Koordinationsstelle schickt die mobilen Ärzte von Patient zu Patient. Die Zahl der Notfallfahrzeuge wird nach einem Schlüssel bestimmt, der sich an Fläche und Einwohnerzahl der Bezirke orientiert.

Auch bei der Ausstattung der Fahrzeuge ist Standardisierung erwünscht. So hat die KV beschlossen, dass in der ganzen Nordrheinregion nicht mehr eigene Autos, sondern Fahrzeuge medizinischer Dienstleister mit Fahrer unterwegs sein sollen, die die Ärzte zu den Einsatzorten bringen. Mit der Zweifachbesetzung werde auch die Sicherheit der Ärzte gesteigert.

Lothar Nossek, Vorsitzender der KV-Kreisstelle Aachen, spricht von einer „Botschaft“ aus Düsseldorf, über die noch diese Woche mit der NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens gesprochen werde, und mit der die KV an den Krankenhausverband herantreten wolle, um ein gemeinsames System zu erarbeiten. Nach Nosseks Einschätzung bedeutet der aktuellste Stand der Planungen, „dass die alten Systeme erst einmal für die nächsten zwei Jahre erhalten bleiben“.

Für die KV-Zentrale in Düsseldorf, so sagt deren Sprecher Christopher Schneider, sei ohnehin klar, dass es ein bis zwei Jahre dauere, bis Strukturen flächendeckend verändert seien. Schließlich hätten die Kreisstellen einiges an Vorleistung zu erbringen, vor allem Miet- und Personalfragen zu klären. Und mit Blick auf die Kliniken erinnert er daran, dass deren Bereitschaft Voraussetzung jedweder Zusammenarbeit sei.

Auch wenn nur eine gesetzliche Verpflichtung zur allgemeinärztlichen Notfallbehandlung besteht, will die KV Nordrhein zusätzlich fachärztliche Notdienste vorhalten: Hals-, Nasen-, Ohren- (HNO), kinder- und augenärztlichen Notdienst soll es an zentralen Stellen geben. Das könnte darauf hinauslaufen, dass etwa in Aachen der HNO-Dienst nur noch am Klinikum angeboten wird – und Kinderärzte vom Aachener Klinikum und von der Kinderklinik des Stolberger Bethlehem-Krankenhauses kooperieren, erläutert Lothar Nossek.

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