Schließung der Notfallpraxen ist vom Tisch

Von: epd/ben
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Ab 2013 auch zuständig  für
Die Kassenärztliche Vereinigung reagiert auf den Protest: Notdienste niedergelassener Ärzte sollen in den Krankenhäusern angesiedelt werden. Foto: Georg Pinzek

Düsseldorf. Der Protest gegen die drohende Schließung von Notfallpraxen in der Region zeigt Wirkung. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat beschlossen, ihre Reformpläne noch einmal zu überdenken. Die Schließung von rund 20 Notfallpraxen – vier davon in der Region – ist damit zunächst einmal vom Tisch.

Alternativ sollen niedergelassene Ärzte in NRW zukünftig nach dem Willen der KV ihre Notdienste in Krankenhäusern leisten. Die Kliniken wären dann zentrale Anlaufstellen für Patienten außerhalb der regulären Sprechzeiten sowohl zur ambulanten als auch zur stationären Behandlung, erklärte der Verband Montag in Düsseldorf.

Mit der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen soll ein entsprechender Rahmenvertrag ausgehandelt werden. Damit nimmt die KV von ihrem umstrittenen Vorhaben Abstand, den Bereitschaftsdienst im Rheinland künftig nur noch in 41 statt 61 Notfallpraxen anzubieten.

Anfang Februar hatte die KV Nordrhein angekündigt, 20 Notdienstpraxen zu schließen. Insgesamt gibt es zurzeit 84 Notfallpraxen, darunter neben den 61 allgemeinmedizinischen auch spezialisierte Praxen, etwa von Kinderärzten. Die Pläne waren auf scharfe Kritik der Ärztekammer Nordrhein und der Sozialverbände gestoßen. In den Städten Eschweiler und Stolberg, die um den Verlust ihrer Notfallpraxen fürchteten, bildeten sich Bürgerinitiativen mit Tausenden Mitgliedern, die gegen die Ausdünnung der medizinischen Versorgung protestierten.

Die genauen Bedingungen eines ambulanten Bereitschaftsdienstes von niedergelassenen Ärzten in Kliniken müsse man nun mit der Krankenhausgesellschaft aushandeln, sagte KV-Sprecher Heiko Schmitz. Unklar sei etwa noch, in wie vielen Krankenhäusern Notdienste angeboten werden könnten. Die Umsetzung könnte nach seinen Worten so aussehen, dass vor Ort entschieden wird, ob ein Patienten ambulant vom Bereitschaftsarzt behandelt wird oder im Krankenhaus aufgenommen wird.

„Vorgehen ist sinnvoll“

Die Krankenhausgesellschaft äußerte sich offen für den Vorschlag. „Uns stehen jetzt weitere intensive Gespräche bevor“, sagte Sprecher Lothar Kratz am Montag. Die KV und die Krankenhäuser erhoffen sich, durch eine Neuregelung auch das Problem zu lösen, dass viele Patienten selbst mit leichteren Beschwerden eher die Notaufnahmen der Kliniken als die ärztlichen Notdienstpraxen aufsuchen. Die Ärztekammer Nordrhein begrüßte das Vorhaben. „Ein mit den Krankenhäusern abgestimmtes Vorgehen ist aus unserer Sicht sinnvoll“, sagte derSprecher der Kammer, Horst Schumacher.

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