Schlechte Prognose für Ausbrecher Heckhoff

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Einen Blick in einen Trakt der JVA Aachen gewährt dieses Archivbild. Die Justizvollzugsanstalt steht seit dem Ausbruch zweier Insassen im Fokus der Öffentlichkeit. Foto: dpa

Aachen. Bei dem schwer kriminellen Gefängnisausbrecher Michael Heckhoff besteht laut Gutachten ein Rückfallrisiko, erneut Straftaten zu begehen. Heckhoff (51) habe ein hochgradiges Aggressionspotenzial, sei feindselig, „antisozial”, gefühlskalt, gereizt und impulsiv, sagte der Gutachter Michael Steinmeyer am Donnerstag vor dem Aachener Landgericht.

Heckhoffs Komplize Peter Paul Michalski (47) liege knapp unter dem kritischen Wert für ein Rückfallrisiko. Die Schwerverbrecher waren im November 2009 aus der JVA Aachen ausgebrochen und hatten bei ihrer Flucht fünf Geiseln genommen.

Von der Gefährlichkeitsprognose wird abhängen, ob die Richter Sicherungsverwahrung anordnen. Ein umfassenderes psychiatrisches Gutachten wird sich noch einmal mit der Frage beschäftigen. „Sollten wir eine weitere Sicherungsverwahrung bekommen, werden wir während der Haft versterben”, sagte Michalski. Er sitzt seit 22 Jahren in Haft und wird noch bis 2041 alte Strafen im Gefängnis verbüßen.

Heckhoff sagte, er habe die Fragen für das Gutachten nicht ernsthaft beantwortet und sich „einen Joke” daraus gemacht. Er habe gedacht, „sei doch mal so ein Monster, für das dich alle halten”. Laut Gutachten hat Heckhoff eine knapp durchschnittliche Intelligenz. Sein Mandant habe wieder den starken Mann spielen wollen, erklärte Verteidiger Rainer Dietz. Heckhoff pflege im Knast das Image des gefährlichen Häftlings.

Die gutachterliche Bewertung kam überraschend. Noch am Morgen hatte Michalski geschildert, wie umsichtig Heckhoff mit den Geiseln umgegangen sei. „Heckhoff hat versucht, den Geiseln die Angst zu nehmen, hat sie beruhigt und sich laufend entschuldigt”, sagte Michalski. So hatten das fast alle Geiseln auch vor Gericht geschildert.

Heckhoff und Michalski hatten als Motiv für ihre Flucht die Haftsituation und die aus ihrer Sicht fehlenden Perspektiven angegeben. Der Vorsitzende Richter Hans-Günter Görgen sagte: „Wir haben keinen Anlass zu denken, dass die Angeklagten lügen.”
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