Aachen/Düren - Schlafenden Freund erstochen: Mordprozess gegen Sascha G.

Schlafenden Freund erstochen: Mordprozess gegen Sascha G.

Von: Wolfgang Schumacher
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In dem Mordprozess gegen Sascha G. geht es auch um die Frage, ob der Angeklagte dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden muss. Symbolfoto: Jens Wolf/dpa

Aachen/Düren. Wegen heimtückischen Mordes an einem Freund steht seit Freitag der Sascha G. aus Düren vor dem Aachener Landgericht. Der 23-jährige soll das in der Nacht des 7. März vergangenen Jahres durch Schläge mit einem zehn mal zehn Zentimeter großen Stein gegen den Kopf und mehrere Messerstiche getötet haben.

Das Opfer schlief zu dieser Zeit auf der Couch in der Wohnung des Düreners am Arnoldsweiler Weg. In der Anklageschrift heißt es weiter, G. habe dann ein Messer genommen und dem auf dem Sofa liegenden Freund seitlich in den Hals gestochen. Bei einem weiteren Stich in den Brustkorb traf das Messer das Herz des 24-Jährigen, der sofort starb.

G. wird wegen Depressionen und einer festgestellten Borderline-Erkrankung als vermindert schuldfähig angesehen. Die psychiatrische Gutachterin Konstanze Jankowski aus Köln stellte bereits vorab vor der Schwurgerichtskammer unter Vorsitz von Richter Roland Klösgen klar, dass es im Prozess sogar um die Feststellung gehe, ob der Angeklagte dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden müsse.

Diese Frage bleibt einem künftigen Gutachten vorbehalten, das die Sachverständige in der kommenden Woche vorlegen will.

Es gab einen Streit

Sascha G. ließ am Freitag durch seinen Verteidiger Osama Momen aus Aachen ein komplettes Geständnis vortragen. Er habe dem Freund, der in einer betreuten Wohneinrichtung lebte und dort nicht mehr bleiben konnte, in seiner Wohnung in Düren Unterkunft gegeben. An diesem Abend und in der Nacht habe es jedoch Streit gegeben.

Sascha G. habe dem Freund, so erklärte Momen vor der Kammer, gestanden, dass er eine „bisexuelle Ausrichtung“ habe. Darüber habe sich der andere lustig gemacht und ihn verhöhnt – und das scheinbar so verletzend, dass der Angeklagte ihm schon eine Ohrfeige verpasst habe, als das Opfer noch wach war.

Dann habe sich das Opfer schlafen gelegt. In dieser Phase habe es in dem Angeklagten begonnen zu kochen, sagte der Verteidiger. Irgendwann habe Sascha G. „neben sich“ gestanden und die Tat begangen. Nach den tödlichen Messerstichen ließ der Angreifer von seinem Opfer ab und rief den Notarzt.

Am Freitag wurden erste Zeugen gehört, die den Ablauf des Tages vor der Tat schilderten. So sagte eine junge Frau aus, sie sei von dem Angeklagten noch für den Abend in die Wohnung eingeladen gewesen, habe den Besuch dann jedoch abgesagt.

Der Prozess, an dem als Nebenkläger auch die Eltern des Opfers teilnehmen, wird am Donnerstag, 9. Februar, fortgesetzt.

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