Schießerei: Ein Mord, zwei Schlüsse und viele Fragen

Von: Marlon Gego und Christopher Gerards
Letzte Aktualisierung:
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Nach der Schießerei: Die Spurensicherung am Tatort in Würselen. Auf die Scheibe des Fensters über der Eingangstür einer früheren Kneipe wurde vier Mal geschossen. Vor der Kneipe wurde ein Mensch erschossen und mindestens ein weiterer durch Schüsse verletzt. Foto: Ralf Roeger
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Nach der Schießerei: Die Spurensicherung am Tatort in Würselen. Auf die Scheibe des Fensters über der Eingangstür einer früheren Kneipe wurde vier Mal geschossen. Vor der Kneipe wurde ein Mensch erschossen und mindestens ein weiterer durch Schüsse verletzt. Foto: Ralf Roeger

Würselen. Die Spuren der Schießerei sind am Freitag noch zu sehen, auf der Straße sieht man Blutspuren, ein Fenster und eine Tür sind von Schüssen durchschlagen. Menschen fahren und gehen durch die kleine Seitenstraße in Würselen, sie betrachten den Ort, an dem sich am Donnerstagabend eine tödliche Schießerei zugetragen hat.

In Würselen ist um kurz nach 21 Uhr an diesem Abend ein 18-Jähriger durch mehrere Schüsse getötet worden, eine Kugel traf ihn im Kopf. Ein 28 Jahre alter Mann wurde durch mehrere Schüsse verletzt, sein Zustand ist aber inzwischen stabil. Das sind die Fakten in dem Fall. Doch was genau sich am Donnerstagabend in Würselen zugetragen hat und warum, das ist größtenteils noch unbekannt.

Die Beobachtungen der Zeugen

Die Schüsse fielen hinter einer früheren Kneipe, sie wird seit einigen Jahren nicht mehr betrieben. Am Donnerstagabend befanden sich nach Angaben der Aachener Staatsanwaltschaft mehrere Menschen in dem Haus.

Als die Schüsse fielen, sollen der 18-Jährige und der 28-Jährige vor dem Haus oder in dessen Eingangsbereich gestanden haben, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jost Schützeberg, unserer Zeitung sagte. In der Tür des Hauses sind mindestens zwei Einschusslöcher, im Fenster darüber vier. Doch wer die Schüsse abfeuerte, ist unklar.

Zeugen schilderten im Gespräch mit unserer Zeitung folgende Beobachtungen: Sekunden nachdem sie mehrere Schüsse hörten, hätten sie zunächst zwei Autos vor der früheren Kneipe gesehen. Ob der oder die Täter in einem dieser Autos zum Tatort kamen, ist unklar. Die Zeugen wollen zudem erkannt haben, dass „eine leblose Person“ von einem Beifahrer in eines der beiden Autos getragen wurde. Doch wer war diese leblose Person?

Staatsanwalt Schützeberg sagt, der 18-Jährige und der 28-Jährige seien von „Dritten“ ins Krankenhaus gebracht worden, nicht von Rettungswagen. Wer diese Dritten waren, sagte er nicht.

Die Beobachtungen der Zeugen lassen nun zwei Schlüsse zu:

Entweder, erstens, die Zeugen sahen, wie entweder der 18-Jährige oder der 28-Jährige von Dritten gerade ins Krankenhaus gefahren wurde. Das würde allerdings bedeuten, dass der Täter nicht unter den Insassen der Autos zu suchen ist. Doch da die Autos nur wenige Sekunden nachdem die Schüsse gefallen waren am Tatort standen, müssten die Insassen den oder die Täter zumindest gesehen haben.

Oder, zweitens, die Zeugen sahen einen dritten Verletzten, von dem Staatsanwalt Schützeberg bis Freitagabend noch nichts wusste. Dafür spräche, dass andere Zeugen laut Staatsanwaltschaft berichtet hatten, aus der Wohnung über der Kneipe sei durch eine geschlossene Fensterscheibe auf die Straße zurückgeschossen worden.

Nach Aussage der Zeugen, mit denen unsere Zeitung sprach, sei ein drittes Auto vor die frühere Kneipe gefahren, nachdem die leblose Person von einem der Beifahrer ins Auto gelegt worden war. Dieser Beifahrer sei daraufhin in das dritte Auto eingestiegen. Die beiden ersten Autos hätten die Straße danach in Richtung Süden verlassen, das dritte sei rückwärts Richtung Norden gefahren.

Über den getöteten 18-Jährigen weiß die Polizei, dass er Verbindungen ins Rockermilieu hatte. Welcher Art diese Kontakte waren, ließen Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag offen. Dass die Schüsse Teil einer Rivalität unter Rockerbanden waren, wollte die Staatsanwaltschaft zumindest nicht ausschließen.

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