Düsseldorf - „Sauerland”-Terrorhelfer will im Gefängnis bleiben

„Sauerland”-Terrorhelfer will im Gefängnis bleiben

Von: dpa
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Düsseldorf. Atilla Selek, als Terrorhelfer der „Sauerland-Gruppe” zu fünf Jahren Haft verurteilt, möchte vorerst im Gefängnis bleiben.

Seleks Anwalt habe den Antrag auf vorzeitige Haftentlassung nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe zurückgenommen, bestätigte eine Sprecherin des Düsseldorfer Oberlandesgerichts am Mittwoch Informationen des „Südwestrundfunks”. Selek hätte im August auf freien Fuß kommen können.

Ein für die vergangene Woche geplanter Anhörungstermin des Gerichts sei deswegen aufgehoben worden. Warum Selek lieber in seiner Zelle bleiben möchte, wollte sein Anwalt Axel Nagler nicht sagen. Er sei derzeit nicht autorisiert, darüber zu sprechen.

Allerdings soll der 25-Jährige seine deutsche Staatsangehörigkeit wieder verlieren und nach seiner Haft in die Türkei abgeschoben werden. Die Ausländerbehörde der Stadt Ulm hat die Einbürgerung Seleks wegen „arglistiger Täuschung” widerrufen. Selek hat gegen die Verfügung Widerspruch eingelegt. Er soll bei seiner Einbürgerung verschwiegen haben, dass gegen ihn strafrechtlich ermittelt wird. Die Einbürgerung ist damit aus Sicht der Landesregierung in Stuttgart rechtswidrig.

Die „Sauerland-Gruppe” hatte 2007 schwere Terroranschläge auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen in Deutschland geplant. Im März verurteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf die Terroristen Fritz Gelowicz und Daniel Schneider zu je zwölf Jahren Gefängnis, den Mitangeklagten Adem Yilmaz zu elf Jahren.

Selek erhielt wegen Unterstützung der Terrorgruppe fünf Jahre Haft. Die Rädelsführer Gelowicz, Schneider und Yilmaz waren am 4. September 2007 im Sauerland festgenommen worden. Selek wurde zwei Monate später in der Türkei gefasst. Er ist türkischstämmiger Deutscher und wurde in Ulm geboren.

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