Düsseldorf - „Sauerland”-Angeklagter: Breininger wurde für Videos ausgewählt

„Sauerland”-Angeklagter: Breininger wurde für Videos ausgewählt

Von: ddp-nrw
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Der Prozess gegen die vier Mitglieder der terroristischen „Sauerland-Gruppe” wird vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf fortgesetzt. Foto: ddp

Düsseldorf. Im Prozess gegen vier Mitglieder der „Sauerland-Gruppe” hat sich der Angeklagte Daniel S. am Dienstag zum Erscheinen des deutschen Islamisten Eric Breininger in verschiedenen Terrorvideos geäußert.

„Meiner Meinung nach hat sich Breininger diese Position nicht bewusst ausgesucht”, sagte S. vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf. Breininger sei vielmehr für den Auftritt in den Videos ausgewählt worden, weil er Deutscher sei und deutsch spreche.

Breininger und S. kommen beide aus dem Saarland, sie hatten sich nach Angaben von S. vor dem Einzug der „Sauerland-Gruppe” in das Ferienhaus im September 2007 häufiger getroffen und über den Islam und den „Dschihad”, den „Heiligen Krieg”, gesprochen. Anfang September 2007 hatte S. nach eigenen Angaben Breininger zuletzt gesehen. Dann sei dieser abgereist. Er, S., habe nicht gewusst wohin.

Nach Angaben von S. war Breininger erst ein halbes Jahr vor seiner Abreise dem Islam beigetreten. „Er hatte daher wenig Zeit, sich mit dem Islam zu beschäftigen”, sagte S. „Nach einem halben Jahr hat man gerade die Grundlagen zusammen, kennt gerade einmal die islamische Grundstruktur eines Tages.”

Nach dem 22-jährigen Breininger, der immer wieder in islamistischen Propagandavideos auftaucht, wird seit September 2008 öffentlich gefahndet.

Den vier „Sauerland”-Angeklagten im Alter von 24 bis 30 Jahren wird vorgeworfen, im Namen der Islamischen Dschihad-Union Anschläge in Deutschland geplant zu haben. Laut Anklage hatten sich drei der vier Männer zwölf Fässer mit Chemikalien beschafft und in der Ferienwohnung im sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, daraus Sprengstoff herzustellen.

Am 4. September 2007 wurden sie dort festgenommen, der vierte Angeklagte Atilla S. wurde später in der Türkei verhaftet. Seit April stehen die Angeklagten vor Gericht, im August hatten sie dort mit umfangreichen Geständnissen begonnen.
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