RWE Power baut deutlich mehr Personal ab

Von: Patrick Nowicki
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Matthias Hartung
Der Vorstandsvorsitzender der RWE Power AG, Matthias Hartung spricht auf der Jahrespressekonferenz der RWE-Erzeugungstochter RWE Power. Foto: Maja Hitij/dpa

Aachen/Köln. Die Braunkohlesparte im RWE-Konzern baut in den kommenden Jahren deutlich mehr Personal ab als noch vor wenigen Monaten verkündet. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl der Festangestellten in Deutschland auf 11.900 Menschen sinken.

Alleine 1600 Arbeitsplätze fallen im Rheinischen Revier weg – noch vor einem Jahr war von 1000 Jobs die Rede. Hintergrund sei die nach wie vor angespannte Lage auf dem Strommarkt und die sinkenden Erlöse, teilte der Vorstandsvorsitzende der RWE Generation, Matthias Hartung, in Schloss Paffendorf mit.

Im ersten Quartal des Jahres fiel der Stromhandelspreis auf ein historisches Tief. „Für nur zwei Cent pro Kilowattstunde können wir keinen Strom produzieren“, sagte Hartung. Inzwischen sei der Stromhandelspreis zwar leicht gestiegen, von einer Erholung könne aber keine Rede sein. RWE Generation setzt den sinkenden Erlösen ein drastisches Sparprogramm unter dem Namen NEO entgegen, in dessen Rahmen die Tagebaue und Kraftwerke organisatorisch neu strukturiert werden. Bis zum Jahr 2018 soll das Maßnahmenpaket eine jährliche Einsparung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro im Vergleich zu 2013 erzielen.

Ob dies reicht, hängt auch von den Gesprächen zwischen den Gewerkschaften, der Belegschaft und RWE ab. Die IGBCE-Aussage, der Essener Konzern fordere Gehaltseinbußen in Höhe von 25 Prozent, kommentierte der RWE-Generation-Personalvorstand Erwin Winkel am Donnerstag so: „Dies ist eine Aussage, die wir so nicht machen würden.“ Im zweiten Halbjahr des Jahres will man eine Lösung präsentieren. Winkel betonte, dass man den Personalabbau sozialverträglich erledigen wolle, dabei komme ihm das hohe Durchschnittsalter der RWE-Belegschaft von 49 Jahren entgegen.

Nach der Leitentscheidung

Einen Tag nach der Leitentscheidung zu Garzweiler II unterstrich Hartung, dass man zu den getroffenen Verträgen stehe und die Zusagen an die Stadt Erkelenz einhalten werde. Die Landesregierung hatte am Mittwoch die lange zuvor angekündigte Verkleinerung des Tagebaus Garzweiler II beschlossen. Holzweiler kommt demnach nicht unter die Schaufelräder. Zudem bleibe es bei der geplanten Verlegung der Autobahn 61.

Nur als Randaspekt wurde am Donnerstag der Gang des neuen RWE-Betriebs Innogy erwähnt. Der Essener Konzern plant bekanntlich, die Sparte Netze, Vertrieb und regenerative Energien in eine neue Aktiengesellschaft zu packen. Diese soll, so wurde am Donnerstag bestätigt, spätestens Ende des Jahres an die Börse gehen – „in Abhängigkeit vom Börsenumfeld“, wie Hartung einschränkte. 90 Prozent der neuen RWE-Tochter sollen in den Händen der RWE bleiben. Der von etwa 25 Milliarden Euro Schulden belastete Konzern hofft, auf diesem Weg neues Geld für Investitionen in die Kasse zu spülen.

Das betriebliche Ergebnis in der konventionellen Stromerzeugung sank im ersten Quartal dieses Jahres um etwa 20 Prozent. Lag es im vorigen Jahr bei 441 Millionen Euro, so verbuchte der Konzern in diesem Jahr 354 Millionen Euro bei leicht gestiegener Stromproduktion im gleichen Zeitraum. In den ersten drei Monaten produzierten die Kraftwerke 52 Milliarden Kilowattstunden Strom (2015: 51 Milliarden Kilowattstunden).

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