Köln - Rückfälliger Sexualstraftäter: Justiz sieht keine Versäumnisse

Rückfälliger Sexualstraftäter: Justiz sieht keine Versäumnisse

Von: dpa
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Handschellen Symbol Symbolbild: Boris Roessler/dpa
Der Täter was Proband des Programms "Kurs". Symbolbild: Boris Roessler/dpa

Köln. Ein nach zwölf Jahren Haft frei gelassener Sexualstraftäter soll in Köln innerhalb weniger Wochen erneut versucht haben, zwei Frauen zu vergewaltigen. Der Mann hatte in der Haft eine Therapie verweigert und war deshalb als rückfallgefährdeter Straftäter eingestuft worden.

Der 41 Jahre alte Deutsche habe seine Haft bis zum letzten Tag verbüßt, betonte aber Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Donnerstag Köln. „Da hat die Justiz dann keine Handhabe, diesen Zustand zu verlängern.” Sicherungsverwahrung habe das Gericht in dem Urteil nicht angeordnet.

Der stellvertretende Leiter der Kölner Kriminalpolizei, Andreas Koch, sagte, der Mann sei nach seiner Freilassung am 12. April im Rahmen von Präventivmaßnahmen intensiv begleitet worden. Nach der versuchten Vergewaltigung von zwei jungen Frauen am 31. Mai und am 2. Juni sei er dann schnell uns Visier der Polizei geraten und nach der Sicherstellung von DNA-Spuren bei einer Durchsuchung seiner Wohnung festgenommen worden. Inzwischen habe das Amtsgericht Haftbefehl erlassen. Es werde nun geprüft, ob die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung vorlägen, sagte Bremer. Der Beschuldigte schweige zu den Tatvorwürfen.

Zu der zwölfjährigen Haftstrafe war der Mann wegen Vergewaltigung eines zwölf Jahre alten Mädchens und dreier Frauen verurteilt worden. Die Frauen hatte er jeweils in den frühen Morgenstunden überfallen - eine Parallele zu den beiden aktuellen Fällen: Hier waren die Frauen im Alter von 23 und 20 Jahren ebenfalls früh morgens auf dem Heimweg attackiert worden. Sie wehrten sich jedoch und schrien, so dass Anwohner aufmerksam wurden und der Täter floh, bevor es zu der Vergewaltigung gekommen war.

Der Mann war ein sogenannter KURS-Proband. Das Programm „Kurs” („Konzeption zum Umgang mit rückfallgefährdeten Sexualstraftätern”) gibt es in Nordrhein-Westfalen seit acht Jahren für rückfallgefährdete Sexualstraftäter, die ihre Strafe verbüßt haben. Jeder Täter wird dabei in eine Gefährdungsstufe eingeteilt. Danach unterscheidet sich die Intensität der Beobachtung.

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