Rotes Kreuz sucht neuen Geschäftsführer

Von: Marlon Gego und René Benden
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Aachen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in der Städteregion Aachen wird nicht länger mit Peter Timmermanns zusammenarbeiten. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte am Montag die stellvertretende Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes, Daniela Jansen.

Timmermanns sei Montagmittag mitgeteilt worden, dass sein am 30. Juni 2015 auslaufender Geschäftsführervertrag nicht verlängert werde. Bis zum Ende der Vertragslaufzeit werde Timmermanns „mit Rücksicht auf seine gesundheitliche Situation von der Arbeit freigestellt“, sagte Jansen. Ein Nachfolger werde bereits gesucht.

Belastetes Verhältnis

Was seit Montag Gewissheit ist, hatte sich in den Wochen zuvor angekündigt. Bereits Mitte August war Timmermanns wegen verschiedener Anzeigen, die gegen ihn vorlagen, für vier Wochen beurlaubt worden. Von einem oder mehreren anonymen Briefschreibern waren schwere Vorwürfe gegen Timmermanns erhoben worden, die sich jedoch als haltlos herausstellten. Auch eine betriebsinterne Überprüfung von Timmermanns‘ Arbeit ergab keine Hinweise auf ein arbeitsrechtlich relevantes Fehlverhalten. Timmermanns erkrankte und konnte auch dann seine Arbeit nicht wieder aufnehmen, als seine Beurlaubung endete. Hinter vorgehaltener Hand war beim DRK die Rede davon, dass das Vertrauensverhältnis von Teilen der Mitarbeiter und Funktionäre zu Timmermanns belastet sei. Die SPD in der Städteregion hatte dem Kreisverband und dem Geschäftsführer Timmermanns kürzlich vorgeworfen, „mit Dumpingpreisen die Konkurrenz (im Rettungsdienst) in den letzten Jahren systematisch plattgemacht“ zu haben.

Nach Informationen unserer Zeitung war auch über eine neue Verwendung für Timmermanns innerhalb des DRK verhandelt worden, aber Timmermanns habe „erstaunlich hoch gepokert“, sagt jemand, der bei Verhandlungen dabei war, seinen Namen in diesem Zusammenhang aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Den wirtschaftlich stark angeschlagenen Kreisverband stellt Timmermanns‘ Freistellung vor eine weitere finanzielle Herausforderung. Interimsgeschäftsführer Attila Nagy erklärte am Montag, es werde so schnell wie möglich ein Nachfolger eingestellt, der keineswegs umsonst arbeiten wird. Die so „entstehenden doppelten Kosten“ seien jedoch „Teil des Restrukturierungsprozesses“. Der DRK-Landesverband Nordrhein werde den Kreisverband „bei der Finanzierung unterstützen“, sagte Nagy. Nach Informationen unserer Zeitung schuldet das DRK Peter Timmermanns bis Mitte 2015 mehr als 200 000 Euro. Seit dem Jahr 2000 war Timmermanns im Amt.

Das Weihnachtsgeld gibt‘s später

Die 650 Angestellten des DRK-Kreisverbandes werden aller Voraussicht nach einen Beitrag leisten müssen, um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze zu sichern. Nagy bestätigte am Montag, es sei geplant, das Weihnachtsgeld einen Monat später auszuzahlen, damit der Kreisverband die dringend benötigte Bürgschaft für die Aufnahme eines Darlehens erhält. Mit diesem Darlehen sollen Teile des laufenden Umstrukturierungsprozesses finanziert werden.

Bereits Mitte Oktober war der Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes, Andreas Smyra, zurückgetreten. In den kommenden Tagen soll nun geklärt werden, wann ein Nachfolger gewählt werden kann – und vor allem, wer sich als Nachfolger zur Verfügung stellt.

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