Rotary-Clubs: 230.000 Euro für die Arbeit mit Flüchtlingen

Von: Rolf Hohl
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Koordiniert die Gemeindienste der Rotary-Clubs in der Region: Norbert Zimmermann. Foto: Rolf Hohl

Aachen. Gemeinsam bewirkt man mehr und hat vor allem einen längeren Atem. Und bei der Integration von Flüchtlingen ist dieser zweifelsohne vonnöten. Auch die zehn Rotary-Clubs der Region Aachen, Düren, Heinsberg, Jülich und Monschau unterstützen die Arbeit der Ehrenamtlichen mit inzwischen mehr als 230.000 Euro Spendengeldern.

Das teilten die Rotary-Clubs am Dienstag im Aachener Rathaus mit. Die Spenden fließen in über 20 lokale Initiativen für Sprachunterricht, medizinische Versorgung und individuelle Förderungsangebote.

„Die Tatsache, dass diese ehrenamtliche Hilfe nicht nachlässt, sondern immer noch weiter wächst, lässt mich optimistisch in die Zukunft schauen“, sagte Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) am Dienstag. Mit 100.000 Euro ging der größte Teil der Spenden aus den Rotary-Clubs dabei in die Patenarbeit und die Unterstützung von ehrenamtlichen Betreuern.

Von Monschau bis nach Heinsberg und aus Kerkrade kamen die Spenden zusammen – und das soll auch so weitergehen, wie Reiner Kopp erklärte, Präsident des Rotary-Clubs Aachen-Frankenburg.

Autonom und lokal verwurzelt

„Besonders Gemeinden in den ländlichen Gebieten haben ein großes Engagement erlebt, da die Bürger dort so nah an den Flüchtlingen dran sind“, beschreibt Edeltraud Vomberg, die Dezernentin für Soziales und Integration der Städteregion Aachen. Unkomplizierte und direkte Unterstützung, die auch Sher Rachman erlebt hat.

Der junge Mann musste mit 14 Jahren aus Afghanistan fliehen und kam in die Region Aachen, wo ihm die Familie Bücken im Rahmen des Patenschaftsprojekts „Aachener Hände“ beiseite stand. „Sie haben mir auch erklärt, wie wichtig es ist, zur Schule zu gehen. Ich kannte das aus meiner Heimat nicht“, erzählt Rachman. „Heute habe ich einen Abschluss und bewerbe mich für Praktikumsstellen, aber das musste ich alles erst lernen.“

Als Schwerpunkte unterstützen die Rotarier in der Region vor allem Angebote für Sprachförderung, Patenschaftsprogramme und medizinische Versorgung, aber auch Freizeitbeschäftigungen wie Musikunterricht und Kreativseminare. Die Rotary-Clubs seien dabei alle autonom und lokal verwurzelt, wodurch die weit verzweigte Förderung in der ganzen Region erst möglich sei, sagt der Koordinator der Gemeindienste im hiesigen Rotary-Distrikt, Norbert Zimmermann.

Seit 1905 gibt es die Rotarier auf der ganzen Welt, mit inzwischen 1,2 Millionen Mitgliedern in 166 Ländern. Die erklärten Ziele der Clubs sind dabei besonders humanitäre Hilfen und der Einsatz für Frieden und Völkerverständigung. Der wohl größte Erfolg ist ihnen dabei im Kampf gegen Polio gelungen, das mit Unterstützung von Unicef und der Weltgesundheitsorganisation WHO beinahe ausgerottet werden konnte.

Im kleineren Rahmen organisieren die Mitglieder vor allem Schüleraustausche, Jugendarbeit und eben seit einigen Jahren auch die Unterstützung von Flüchtlingen.

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