„Rosenmädchen”-Mordprozess: Angeklagte freigesprochen

Von: dpa
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Köln. Mit Freisprüchen ist am Mittwoch in Köln der sogenannte Rosenmädchen-Prozess zu Ende gegangen. In dem Verfahren vor dem Landgericht waren ein 57-jähriger Kölner und eine 49-jährige Frau angeklagt.

Ihnen wurde zur Last gelegt, im Jahr 1996 an der Ermordung einer 20-jährigen polnischen Prostituierten im niederländischen Grenzgebiet beteiligt gewesen zu sein. Die Leiche der mit einem Hammer erschlagenen Frau war im niederländischen Lottum in der Nähe eines Rosenfeldes gefunden worden. Deshalb nannten die niederländischen Ermittler die unbekannte Tote „Rosenmädchen”.

Die Staatsanwältin hatte für beide Angeklagte lebenslange Haft gefordert. Der 57-Jährige hatte nach Darstellung der Anklage die 49-Jährige und deren mittlerweile gestorbenen Freund zum Mord an der Prostituierten angestiftet. Als Motiv nahm die Staatsanwaltschaft an, dass die junge Frau über seine Drogengeschäfte bei der Polizei aussagen wollte.

Das Gericht kam jedoch zu dem Schluss, dass die Beweise für eine Verurteilung nicht ausreichten. Zwar habe der Freund noch kurz vor seinem Herzinfarkt-Tod im Gefängnis von Aachen die Tat gestanden. Er habe ausgesagt, dass ihn seine damalige Lebensgefährtin zum Tatort gefahren und er das Opfer dort getötet habe. Zu einer Beteiligung der beiden Angeklagten habe er jedoch nur schwammige Angaben gemacht. Die Richter verfuhren deshalb nach dem Prinzip „im Zweifel für die Angeklagten”. Die Staatsanwältin hat Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe angekündigt.

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